Für Gläubige gibt es in Allem etwas Gutes
Jeder geht im Leben einmal durch schwierige Zeiten. Diese Schwierigkeiten frustrieren, ärgern und besorgen die Mehrheit der Leute, die weit von der quranischen Moral entfernt sind. Deshalb werden sie leicht besorgt, angespannt und reizbar. Aus Mangel an Glauben an die Vollendung des von Allah bestimmten Schicksals erkennen sie nicht den Segen oder das Gute in den Dingen, die sie erleben. Weil sie ohne Glauben sind, wird sich in Wahrheit jeder Moment, den sie erleben, als schädlich für sie erweisen. So führen sie ein Leben voller Schwierigkeiten und Kummer, bis zu ihrem Tode.
Gläubige dagegen wissen, dass Schwierigkeiten von Allah herbeigeführt werden, um die Menschen zu prüfen. Sie sind sich bewusst, dass diese Schwierigkeiten dazu dienen, die wahren Gläubigen von jenen zu unterscheiden, die "Krankheit in ihren Herzen tragen", das heißt jene, die in ihrem Glauben nicht aufrichtig sind. Darum erklärt Allah im Quran, dass Er Gläubige prüfen wird, um zu enthüllen, wer aufrichtig im Glauben ist:
Oder glaubt ihr, in das Paradies einzugehen, ohne dass Allah die Glaubensstreiter unter euch und die Standhaften erkannte? (Sure 3:142 – Al-'Imran)
Allah will die Gläubigen nur in euerer jetzigen Lebensform belassen, bis Er das Schlechte von dem Guten getrennt hat... (Sure 3:179 – Al-'Imran)
In Bezug auf diese Frage erzählt Allah das folgende Beispiel, das zur Zeit des Propheten Muhammad (s.a.w.s) stattfand:
Und was euch am Tage des Zusammenstoßes der beiden Heere zustieß, geschah mit Allahs Erlaubnis, und damit Er die Gläubigen erkenne und auch die Heuchler erkenne... (Sure 3:166, 167 – Al-'Imran)
Der obige Vers ist selbsterklärend. In der Zeit des Propheten (s.a.w.s) standen Muslime schweren Nöten gegenüber und litten unter harten Umständen. Doch wie der oben zitierte Vers zeigt, geschah alles, was die Muslime durchmachen mussten, durch Allahs Wille und diente der Enthüllung derer, die Heuchler waren und versuchten, den Gläubigen Schaden zu bringen. Das heißt, alles wandte sich schließlich zum Guten für die Gläubigen.
Muslime, die sich über die Lehren, die in diesen Versen verbreitet werden, bewusst sind, betrachten jedes Ereignis, das zunächst schlecht und schädlich zu sein scheint und jeden Moment der Schwierigkeit als eine Gelegenheit, ihre Aufrichtigkeit, ihr Vertrauen in ihren Herrn und ihren festen Glauben unter Beweis zu stellen. Sie vergessen nie, dass sowohl Schwierigkeiten als auch Glück im Grunde nur ihrer Prüfung dienen. Und für ihre Standhaftigkeit und Ergebenheit zu Allah macht Er das, was eigentlich schlecht schien, schließlich zum Vorteil Seiner wahren Diener.
In den folgenden Seiten werden wir über die Schwierigkeiten reden, denen Gläubige oft gegenüberstehen und von den Versuchungen dieser Welt erfahren. Unser Ziel ist, Gläubige an den versteckten Segen und die Belohnungen, die ihre Geduld ihnen sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits bringen wird, zu erinnern.
Allah Prüft den Menschen indem Er ihn seinen Reichtum verlieren lässt
Das Hauptziel der Mehrheit aller Leuten in diesem Leben ist es, so viel Reichtum wie möglich anzusammeln. Zu diesem Zweck wenden sie beinahe jedes Mittel an, selbst illegale und verbotene. Der Wert, den Menschen Reichtümern zumessen, wird im Quran als "Liebe für die Schönheiten des Leben dieser Welt" beschrieben.
Den Menschen ist es eine Lust, sich an Frauen und Kindern, aufgespeicherten Schätzen an Gold und Silber, Rassepferden, Herden und Ackerland zu erfreuen. So ist der Nießbrauch des Lebens im Diesseits. Aber Allah – bei Ihm ist die schönste Heimstatt. (Sure 3:14 – Al-'Imran)
Vermögen und Kinder sind Schmuck des irdischen Lebens. Das Bleibende aber, die guten Werke, bringen besseren Lohn bei deinem Herrn und begründen bessere Hoffnung. (Sure 18:46 – al-Kahf)
In einem anderen Vers wendet sich Allah an solche Leute mit den Worten; "Und liebt (euer) Vermögen maßlos". (Sure 89:20 – al-Fadschr) Wie wir aus diesem Vers erfahren, sehnen sich die Unwissenden nach Reichtum. Denn Reichtum ist einer der primären Aspekte von Anerkennung in der Gesellschaft, deren Werte nicht auf der Religion basieren. In diesen Gesellschaften verehren, achten und respektieren die Leute die Wohlhabenden. Das Erlangen von solchem Reichtum bringt seine Besitzer zu unrecht dazu, anzunehmen, sie besäßen große Macht. So wird das Erreichen von Reichtum das Hauptziel im Leben der Menschen.
Dieser übermäßige Wunsch nach Reichtum kann auch dazu führen, dass man in ständiger Angst vor dem Verlust all seines Reichtums lebt. Jene, die solch eine Einstellung haben, verzweifeln, wenn sie ihren Reichtum verlieren und fluchen dann gegen Gott. Völlig unwissend darüber, dass dies nur ein Test für sie ist, werden sie völlig vom Verlust ihres Reichtums überwältigt.
Doch Allah befiehlt dem Menschen "weder sich über das zu betrüben, was ihm entgeht, oder sich überheblich über das zu freuen, was Er ihm gibt" (Sure 57:23 – al-Hadid). Er befiehlt dem Menschen, sich zu mäßigen und eine gute Moral anzunehmen. Über den Verlust von Reichtum zu verzweifeln und dagegen in Zeiten des Reichtums übermäßig zu frohlocken, ist ein Zeichen von Undankbarkeit gegenüber Allah.
Die Mitglieder unwissender Gesellschaften halten es unter dem Einfluss solch einer Einstellung für vollkommen akzeptabel, enttäuscht über den Verlust ihres Reichtums zu sein. Der Genuss finanzieller Sicherheit beispielsweise, resultierend aus mit viel Anstrengung erworbenem Reichtum, kann durch eine Naturkatastrophe ganz plötzlich verschwinden. Oder ein Feuer könnte in wenigen Momenten ein schönes Haus ruinieren, das nach jahrzehntelangem Sparen gekauft wurde. Eine Person, die sich der wahren Natur dieses Lebens nicht bewusst ist, reagiert konfus und verzweifelt, wenn sie solch einen Verlust erfährt; sie wird übermäßig pessimistisch und zornig.
Jene, die weit von der Moral des Quran entfernt sind, erkennen nicht, dass der Verlust von Reichtum gute und nützliche Aspekte beinhalten könnte. Aufgrund ihrer Lebenseinstellung und ihres Fehlers, nicht Allah zu vertrauen, werden Misserfolge, die sie in ihrer finanziellen Laufbahn erfahren, zu großen Belastungen.
Dies trifft jedoch nicht auf jene zu, die versuchen, stets das Gute in den Dingen zu sehen. Für sie hat der Verlust von Reichtum immer einen Sinn, auch wenn sie nicht fähig sind, ihn sofort zu begreifen. Es könnte einfach eine Erinnerung von Allah an Seine Diener sein, die über ihren Reichtum frohlockt haben und Gefahr liefen, der Versuchung der vorübergehenden weltlichen Vergnügen zu erliegen. Jeder Verlust dient nur dem Zweck unserer Erinnerung an die unendliche Macht Allahs und drängt uns dazu, all unser Denken auf Ihm auszurichten. Vielleicht hat Allah mit Seinen Dienern, die Geduld in schwersten Zeiten gezeigt haben und ihr Vertrauen in Ihn gesetzt haben, auch etwas Besseres vorgesehen. Statt der vorläufigen Vergnügen des Lebens in dieser Welt gewährt Er ihnen die zahllosen und ewigen Segen des Paradieses; und die unendlichen Segen des Paradieses sind eindeutig unvergleichlich großartiger als weltliche Genüsse.
Doch solche Änderungen der finanziellen Lage dienen vielleicht auch einem unmittelbareren Zweck. Zum Beispiel kann es etwas Gutes in einem Verkehrsunfall mit einem neuen Auto geben, denn vielleicht hat Allah den Fahrer so vor einem ernsteren Unfall bewahrt, der ihm mehr Verletzungen zugefügt hätte. Eine gewissenhafte Person betrachtet diesen Unfall als eine Erinnerung und Warnung, bittet um Vergebung und nimmt das Schicksal an, das für ihn von Allah bestimmt wurde.
"...Vielleicht liebt ihr etwas, das schlecht für euch ist..."
Wie wir bereits erwähnten, informiert Allah uns in der Sure 2:216 – al-Baqara darüber, dass bestimmte Umstände, die uns vielleicht ungünstig erscheinen, sich später vielleicht als gut und vorteilhaft herausstellen. Im gleichen Vers weist Allah auch darauf hin, dass bestimmte Dinge, die die Leute lieben, für sie sehr schädlich sein können. Im Quran gibt Allah das Beispiel von wohlhabenden Ungläubigen, die nicht bereit sind, von ihrem Reichtum etwas abzugeben. Die Überlegung der Ungläubigen, dass ihr Geiz "klug" ist und dass das Horten ihres Reichtums, den sie nicht bereit sind, für Allahs Wohlgefallen auszugeben, ihnen irgendwie nützt, ist pure Unwissenheit. Im Quran informiert uns Allah, dass solcher Reichtum schädlich ist und nichts als Qualen in der Hölle hervorrufen wird:
Und diejenigen, die mit dem knauserig sind, was Allah in Seiner Huld ihnen gab, sollen nicht wähnen, es diene ihnen zum Guten: Nein, zum Bösen dient es ihnen. Als Kette sollen sie am Tag der Auferstehung um den Hals tragen, womit sie gegeizt hatten. Und Allahs ist das Erbe der Himmel und der Erde. Und Allah kennt wohl euer Tun. (Sure 3:180 – Al-'Imran)
In Surat al-Qasas erzählt Allah die Geschichte von Qarun. Allah verlieh Qarun großes Vermögen, doch er wurde aufgrund des immensen Ausmaßes seines Reichtums eitel und verhielt sich rebellisch gegenüber seinem Herrn. Der Fall von Qarun, welcher zu Grunde ging, weil er die Warnungen missachtete, ist eine Lehre für die Menschen. Qarun's Geschichte wird im Quran folgendermaßen erzählt:
Siehe, Qarun (Korah) war vom Volke Moses, doch verging er sich gegen sie. Wir aber gaben ihm so viel an Schätzen, dass seine Schatztruhe für eine größere Schar kräftiger Leute eine Bürde gewesen wäre. Als sein Volk zu ihm sprach: "Frohlocke nicht, Allah liebt nicht die Frohlockenden, und suche mit dem, was dir Allah gegeben hat, die künftige Wohnung, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes tat, und stifte kein Verderben auf Erden; siehe, Allah liebt nicht die, welche Unheil stiften!", da sprach er: "Das (alles) wurde mir in Anerkennung meines Wissens gegeben!" Wusste er nicht, dass Allah bereits vor ihm ganze Geschlechter vernichtet hatte, die an Kraft stärker als er waren und mehr aufgehäuft hatten? Aber die Missetäter werden nicht nach ihren Sünden befragt. (Sure 28:76-78 – al-Qasas)
Wie die oben zitierten Verse erzählen, glaubte Qarun, dass seine Schätze ihm nützen würden. So frohlockte er und wurde arrogant. Doch am Ende erlitt er nur eine große Enttäuschung.
Die Art, wie Gläubige dagegen mit ihrem Reichtum umgehen unterscheidet sich beachtlich von solch einem falschen Verständnis. Für einen Gläubigen, der nach dem Quran lebt, sind Reichtümer von keiner großen Bedeutung. Ein Gläubiger verhält sich edel; er erlaubt sich nie, es zu seinem Ziel zu machen, immer mehr Reichtum zu besitzen, denn dies ist Verhalten, das auf Unwissenheit basiert. Ein Gläubiger widmet sein ganzes Leben nur dem Verdienen von Allahs Wohlgefallen. Deshalb gibt er all seinen Reichtum für den Zweck Allahs aus und lässt sich nie von den egoistischen Wünschen seiner Seele kontrollieren; er strebt nach den ewigen Belohnungen des Jen-seits, nicht nach den vergänglichen Genüssen dieser Welt. Allah gibt den Gläubigen durch dieses ihr Verhalten Überlegenheit und verspricht ihnen das Paradies:
Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihren Besitz mit dem Paradies erkauft. Sie kämpfen auf Allahs Weg, töten und werden getötet. Das ist ein Ihn bindendes Versprechen, gewährleistet in der Thora, im Evangelium und im Quran. Und wer hält sein Versprechen getreuer als Allah? Freut euch daher des Tauschhandels, den ihr abgeschlossen habt. Das ist die große Glückseligkeit! (Sure 9:111 – at-Tauba)
Mit diesen Tatsachen im Bewusstsein betrachteten alle Propheten, Boten und wahren Gläubigen all das, was sie besaßen, als einen Segen von ihrem Herrn und waren sich im Klaren, dass alles letztendlich allein Allah gehört. So gaben sie ihren Reichtum und ihr Geld für den Zweck Allahs aus. Diese überlegene Moral und dieses Mitgefühl unter den Gläubigen wird in dem folgenden Vers beschrieben:
...und wer sein Geld - auch wenn er selbst Bedarf hat - für seine Angehörigen und die Waisen, die Armen und den Reisenden, die Bettler und die Gefangenen ausgibt; ...Sie sind es, die aufrichtig und gottesfürchtig sind. (Sure 2:177 – al-Baqara)
Weiterhin stellen Gläubige ihren Reichtum niemals zur Schau. Ihre aufrichtige Absicht beim Ausgeben ihres Reichtums wird folgendermaßen beschrieben:
...welche ihr Vermögen im Verlangen nach Allahs Wohlgefallen und aus innerer Überzeugung ausgeben... (Sure 2:265 – al-Baqara)
Infolgedessen reagieren die Gläubigen, wenn sie einige ihrer Reichtümer verlieren, völlig anders als die Unwissenden. Sie wissen, dass alles eine Prüfung Allahs ist. Sie zeigen Geduld und suchen nach dem möglichen Guten, der in solch einem Verlust liegen mag. Die edle Einstellung der Gläubigen wird in dem folgenden Vers beschrieben:
Sprich: "O Allah, Herrscher aller Herrscher! Du gibst (irdische) Herrschaft, wem Du willst, und nimmst die Herr-schaft, wem Du willst. Und du ehrst, wen Du willst, und demütigst, wen Du willst. In Deiner Hand ist das Gute. Wahrlich, Du hast Macht über alle Dinge." (Sure 3:26 – Al-'Imran)
Die Gläubigen wissen daher sehr gut, dass der Reichtum der Ungläubigen in dieser Welt ihnen vielmehr Qualen als Nutzen bringen wird. Dies ist das Versprechen Allahs:
Lasse dich nicht von ihrem Vermögen und ihren Kindern beeindrucken. Allah will sie damit nur im irdischen Leben strafen, weil ihre Seelen daran zu Grunde gehen, da sie ungläubig sind. (Sure 9:55 – at-Tauba)
Göttliche Weisheit Hinter Krankheiten
Die Leute in den Gesellschaften der Unwissenheit machen ständig Pläne für die Zukunft und hoffen, dass sie diese so umsetzen werden, wie sie es sich vorstellen. So kann eine unerwartete Krankheit oder ein Unfall ihr Leben unverhofft in völliges Chaos stürzen, weil solche Ereignisse nicht in ihren Plänen miteinberechnet wurden. Während sie ihre Gesundheit genießen, denken viele von ihnen nie daran, dass solche Ereignisse auch ihnen zustoßen könnten – obwohl Tausende Menschen täglich solche Dinge erleben.
Darum schimpfen die unwissenden Menschen über ihren Schöpfer, wenn sie mit solchen unerwarteten Ereignissen konfrontiert werden. Sie ignorieren die Realität des Schicksals und sagen: "Warum ist dies gerade mir passiert?" Denn Leute, die weit von der Moral des Quran entfernt sind, setzen bei Krankheiten oder Unfällen ihr Vertrauen nicht in Allah und suchen nicht das Gute in den Dingen, die ihnen zustoßen.
Solche Leute, die die Realität des Schicksals nicht begreifen, nehmen an, dass es allein die Viren oder die Bakterien sind, die eine Krankheit verursachen. Oder wenn sie in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, nehmen sie an, dass der Fahrer des anderen Autos der Verursacher des Unfalls ist. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Jeder Krankheitserreger, jede Mikrobe oder Bakterie und alle Dinge, die dem Menschen Schaden zufügen können, sind in Wahrheit Geschöpfe, die von Allah als eine Ursache erschaffen werden. Keine von ihnen verursachen etwas aus "Zufall"; sie alle befinden sich unter der Kontrolle Allahs. Der Mensch ist nur deshalb anfällig gegenüber Bakterien, weil Allah es entschieden hat. Wenn ein Mensch wegen eines Virus ernsthaft krank wird, passiert dies innerhalb des Wissens und der Kontrolle Allahs. Wenn ein Auto eine Person anfährt und sie körperbehindert wird, ist dies ebenfalls ein Ereignis, das durch Allahs Entscheidung verursacht wurde. Egal wie man sich bemüht, solche Dinge zu umgehen, man kann den Verlauf dieser Ereignisse nie ändern; nicht ein einziges entschiedenes und vorherbestimmtes Ereignis kann vermieden werden. Der Mensch kann keinem einzelnen Moment aus dem Rahmen seines Schicksals entfliehen, denn das Schicksal ist allumfassend. Für eine Person, die sich zum Allmächtigen Allah wendet und in Seine unendliche Weisheit und Gnade vertraut, ist jeder Unfall, jede Krankheit und jedes andere Unglück ein vorübergehender Test, der am Ende zu größtem Glück führt.
Es sind die guten moralischen Eigenschaften einer Person in solchen Umständen, die wichtig sind. Krankheiten und Unfälle bieten Gläubigen die Gelegenheit, ihre Geduld und gute Moral zu zeigen und sich Allah enger verbunden zu fühlen. Im Quran bespricht Allah Krankheiten und betont dabei die Wichtigkeit von Geduld in solchen Zeiten:
...Fromm ist vielmehr, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und an die Engel und die Schrift und die Propheten; und wer sein Geld - auch wenn er selbst Bedarf hat - für seine Angehörigen und die Waisen, die Armen und den Reisenden, die Bettler und die Gefangenen ausgibt; und wer das Gebet verrichtet; und wer die Steuer (zakat) zahlt; und die, welche ihre eingegangenen Verpflichtungen einhalten und in Unglück, Not und Gefahr standhaft sind: Sie sind es, die aufrichtig und gottesfürchtig sind. (Sure 2:177 – al-Baqara)
Wie wir bereits erwähnten ist die Tatsache, dass in diesen Versen auch Krankheiten unter Unglücke gezählt werden, weiterer Überlegung wert. Eine Person, die von einem ernsten körperlichen Problem betroffen ist, muss daran denken, dass es eine Prüfung für sie ist und dass es allein Allah ist, Der Krankheiten und ihre Heilmittel erschafft. Dies ist das für das Beibehalten einer richtigen moralischen Einstel-lung notwendige logische Denken. Eine Person profitiert vom Nachdenken über den guten und göttlichen Zweck in der Krankheit, die sie erleidet, oder dem Unfall, in den sie verwickelt wurde, obwohl sie vielleicht nicht fähig ist, ihn sofort zu begreifen. Vielleicht muss sie durch eine vorübergehende Zeit der Schwierigkeit gehen, doch wird im Jenseits als ein Diener, der sich rückhaltlos seinem Herrn hingab, mit unendlicher Glückseligkeit belohnt werden.
Wir alle müssen stets daran denken, dass es wesentlich ist, diese Tatsache tief in unseren Herzen zu erkennen und hohe Moral an den Tag zu legen, wenn wir mit einem ähnlichen Ereignis konfrontiert werden. Hierzu müssen wir wissen, dass alle Krankheiten für einen Zweck geschaffen werden. Wenn Allah es so wollte, würden die Menschen niemals krank werden Schmerzen fühlen. Wenn eine Person also solch einem Test gegenübersteht, dann muss sie sich darüber bewusst sein, dass es für einen Zweck ist und ihr hilft, die Vergänglichkeit dieser Welt und die unendliche Macht Allahs zu begreifen.
Krankheiten erinnern den Menschen daran, dass er schwach und von Allah abhängig ist
In Zeiten der Krankheit wird der Körper, der bis dahin robust war, von Viren und Bakterien angegriffen. Wie allgemein be-kannt ist, verursachen Bakterien viele Krankheiten, Schmerzen und schwächen den Körper. In einigen Fällen fühlt sich eine Person vielleicht sogar zu schwach, aus dem Bett zu steigen oder ihre alltäglichen Aufgaben zu verrichten. Solch eine Person, erhält ein besseres Verständnis ihrer Schwäche und wie sie im Bedürfnis von Allah steht, weil sie unfähig ist, einen Virus zu bekämpfen, der unsichtbar ist. Jetzt, im Zustand der Krankheit, wird sich eine Person, die sich ansonsten arrogant oder gleichgültig gegenüber ihrem Schöpfer verhält oder mit ihrem Reichtum und Besitz prahlt, dieser Tatsache bewusst. Sie weiß die unendliche Macht Allahs, dem Schöpfer aller Dinge, nun besser einzuschätzen.
Krankheiten bringen den Menschen dazu, zu verstehen, dass Gesundheit ein Segen und eine Gnade Allahs ist
Eine weitere Frage, die wir normalerweise in der Eile unseres täglichen Lebens nicht beachten ist, welch großer Segen die Gesundheit doch ist. Eine Person, die lange nicht krank gewesen ist und keinen Schmerz erlitten hat, sieht ihre Situation locker und als normal an. Doch wenn sie plötzlich von einer Krankheit befallen wird, erkennt sie, dass diese Gesundheit ein Segen Allahs ist. Denn wenn einem etwas genommen wird oder man etwas verliert, lernt man den Wert der Dinge besser zu schätzen. Wie Said Nursi, auch bekannt als Bediuzzaman (das Wunder des Zeitalters) es formulierte:
...Gäbe es keine Finsternis, könnten wir Licht nicht erkennen und es nicht genießen. Gäbe es keine Kälte, verstünden wir die Hitze nicht, hätten wir keinen Sinn dafür. Gäbe es keinen Hunger, fänden wir keinen Geschmack am Essen. Gäbe es keinen Durst, verspürten wir keine Lust, Wasser zu trinken. Gäbe es kein Unwohlsein, empfänden wir kein Wohlbefinden. Gäbe es keine Krankheit, hätten wir kein Gespür für Gesundheit. Demgemäß möchte der allweise Schöpfer also, dass der Mensch Seine verschiedensten Gaben kosten, jede Art Seiner Gnadenerweise schmecken solle, und ihn daher stets zur Dankbarkeit anleiten... (Fünfundzwanzigster Blitz, Siebentes Heilmittel)
Eine ernste Krankheit bringt den Menschen dazu, ernsthaft über die Vergänglichkeit dieser Welt, den Tod und das Jenseits nachzudenken
Die meisten Leute würden eine tödliche Krankheit oder den Verlust eines Organs als ein großes Unglück betrachten. Doch sind solche Dinge vielleicht gar keine Unglücke, sondern Mittel, die die betroffene Person zur Erlösung im Jenseits oder zum Zuwendung an Allah allein führen. Denn eine Person, die von einer ernsten Krankheit geplagt wird, denkt mehr nach. Ihr Leid hilft ihr, den Mangel an Überlegung, der ihr Gewissen entkräftete, zu erkennen, und drängt sie dazu, über die Wirklichkeit des Jenseits nachzudenken. Solch eine Person begreift die Bedeutungslosigkeit dieser Welt und die Nähe des Todes. Anstatt dass sie ihr Leben auf unverantwortliche Weise fortführt, bringt die plötzlich eingetroffene, ernste Krankheit sie vielleicht dazu, die Wichtigkeit von Allahs Wohlgefallen und des Jenseits zu erkennen und dadurch Rettung zu erlangen.
Krankheiten lassen den Menschen seine Gebeten vertiefen und führen ihn näher zu Allah
Wenn die Symptome einer Krankheit ernster werden, beginnt der Mensch, über den Tod nach zudenken, ein Gedanke, den er bislang absichtlich vermieden hatte. Mit aller Aufrichtigkeit bittet er Allah um Genesung. Selbst eine Person, die vorher nie gebetet hat, mag auf einmal das Bedürfnis verspüren, Allah anzuflehen, wenn sie von einer unheilbaren Krankheit betroffen ist. Sie betet die aufrichtigsten Gebete zu ihrem Herrn; und dies kann sie näher zu Allah führen. Wenn sie keine Undankbarkeit nach ihrer Genesung zeigt, sondern fortfährt, in Ergebung zu beten, wird aus ihrer Krankheit etwas Gutes und der Anfang eines Lebens von Glauben.
Allah beschreibt die Leute, die sich in Zeiten solcher Unglücke an Ihn wenden, wie folgt:
Wenn Wir dem Menschen gnädig gewesen sind, kehrt er sich ab und hält sich abseits. Wenn ihn aber ein Unheil trifft, dann betet er lange. (Sure 41:51 – Fussilat)
Aber wenn dem Menschen ein Unglück widerfährt, ruft er Uns an, liegend, sitzend oder stehend. Haben Wir aber sein Unglück von ihm fortgenommen, macht er weiter, als hätte er Uns gegen das Unheil, das ihm widerfahren war, gar nicht angerufen. So wird den Maßlosen ihr Verhalten scheinbar verlockend gemacht. (Sure 10:12 – Yunus)
Doch wenn den Menschen ein Leid widerfährt, rufen sie ihren Herrn an, in Reue und Ergebung. Wenn Er ihnen jedoch Seine Barmherzigkeit zeigte, setzen Ihm manche Teilhaber zur Seite. (Sure 30:33 – ar-Rum)
Wie die obigen Verse verdeutlichen, soll der Mensch nicht nur in schwierigen Zeiten beten; er muss auch stets an Allah denken, nachdem er Rettung oder Erleichterung erfahren hat. So mag die Krankheit oder der Test der Person ermöglichen, ihre Schwäche vor Allah anzuerkennen und zu bereuen und dadurch ein Leben in Ergebung in Allah zu führen.
Als Belohnung für die Geduld, die der Mensch während einer Krankheit zeigt, gibt Allah ihm vielleicht das ewige Leben im Paradies
Wie wir bereits sagten, ist es ein Zweck von Krankheiten, die Geduld und das Vertrauen einer Person in Allah zu prüfen. Krank-heiten zeigen den Unterschied zwischen Gläubigen und Leuten der Unwissenheit eindeutig. Gläubige unterscheiden sich dadurch, dass sie geduldig sind und ihr Vertrauen in Allah setzten. Denn sie wissen, dass es Allahs Wohlgefallen verdient, die richtige Einstellung während schwieriger Zeiten beizubehalten und es sind die großartigen Belohnungen des Jenseits, auf die sie hoffen. Eine Person, die sich vor ihrer Krankheit nicht an Allah wandte, erwirbt diese edlen Eigenschaften vielleicht während des Verlaufs ihres Leidens und erlangt so vielleicht die unendlichen Segen des Lebens im Paradies für ihre vorübergehenden Schwierigkeiten in dieser Welt.
Das aufrichtige Gebet des Propheten Abraham, als er von einer Krankheit betroffen war, ist ein gutes Beispiel für alle Gläubigen:
Und Der mich heilt, wenn ich krank bin, und Der mich sterben lässt, dann aber wieder lebendig macht. (Sure 26:80, 81 – asch-Schu'ara')
Die Einstellung und überlegene Moral, die der Prophet Hiob (Ayyub) an den Tag legte, ist ein weiteres gutes Beispiel für die Gläubigen. Wie der Quran uns erzählt, litt Hiob (a.s.) an einer ernsten Krankheit; doch seine Krankheit verbesserte seine Aufrichtigkeit und sein Vertrauen in Allah, ein Merkmal, das ihn zu einem der Propheten machte, der im Quran gelobt wird.
Aus dem Quran wissen wir auch, dass zusätzlich zur Krankheit, die er erlitt, Hiob (a.s.) auch von den bösen Versu-chungen Satans geprüft wurde. Satan, der dachte, den Prophe-ten in diesem Moment der Schwäche ergreifen zu können, versuchte, ihn davon abzuhalten, sein Vertrauen in Allah zu setzen. Denn in solchen Zeiten ist es für eine kranke Person schwierig, sich zu konzentrieren, so dass sie vielleicht eher gegenüber den Versuchungen Satans verwundbar ist; doch als ein Prophet, der rückhaltlos Allah ergeben war, entkam Hiob (a.s.) Satans Falle. Er betete aufrichtig zu Allah und bat ihn um Hilfe. Im Quran, wird das vorbildliche Gebet von Hiob (Ayyub) (a.s.) folgendermaßen wiedergegeben:
Und (gedenke des) Hiob, als er seinen Herrn rief: "Fürwahr, mich hat Unheil getroffen! Dennoch bist Du der barmherzigste der Barmherzigen." Da erhörten Wir ihn und befreiten ihn von seiner Plage... (Sure 21:83, 84 – al-Anbiya)
Als Antwort auf sein aufrichtiges Gebet sagte Allah folgendes zum Propheten Hiob:
Gedenke auch Unseres Dieners Hiob, als er zu seinem Herrn rief: "Fürwahr, Satan hat mich mit Unglück und Leid geschlagen!" "Stampfe mit deinem Fuß auf: Hier kommt kühles Wasser zum Baden und zum Trinken!" So gaben Wir ihm seine Familie (wieder) und ebenso viele obendrein, als eine Barmherzigkeit von Uns und eine Ermahnung für die Verständigen. Und (Wir sprachen:) "Nimm ein Bündel (Zweige) in deine Hand und schlage (sie) damit, und vermeide so, eidbrüchig zu werden." Wir fanden ihn fürwahr standhaft. Welch am trefflicher Diener! (Auch) er war bußfertig. (Sure 38:41-44 – Sad)
Der Prophet Hiob erhielt die Belohnungen für sein Vertrauens in Allah, seinen Glauben und seine überlegenen Eigenschaften. Er wurde zu einem guten Beispiel für alle Muslime.
Auch Die Fehler der Gläubigen wenden sich zu ihrem Guten
Eines der Dinge, die die Leute in den Gesellschaften der Unwissenheit am meisten fürchten, ist es, einen Fehler zu begehen. Wenn eine Person einen Fehler macht, wird sie normalerweise gedemütigt und ein Objekt von Spott. Oder ein Fehler bringt sie dazu, bestimmte Gelegenheiten zu verpassen, die sie für wichtig erachtete.
Vom Gesichtspunkt des Quran aus müssen solche Situationen dagegen ganz anders bewertet werden. Ein Gläubiger gründet seine Urteile über die Leute nicht auf den Fehlern, die sie machen; sich der Tatsache bewusst, dass Fehler menschlich sind, fühlt er vielmehr Mitgefühl ihnen gegenüber.
Wenn ein Gläubiger einen Fehler begeht, denkt er gewissenhaft darüber nach; seine Gottesfurcht und sein Gewissen warnen ihn sofort. Er bemüht sich, seine Fehler zu korrigieren. Er betet zu Allah, dem Gnädigen und bittet um Vergebung.
In der Tat, die Reue, die ein Gläubiger nach dem Begehen eines Fehlers spürt, wird sich am Ende als ein Gutes für ihn herausstellen. Denn es handelt sich hier nicht um eine Art Selbst-mitleid, wie bei den Ungläubigen, sondern um einen Beschluss, den gleichen Fehler nicht wieder zu machen. Die Ergebung eines Gläubigen, sein Vertrauen in Allah und das Handeln im Bewusstsein, dass alle Ereignisse Teile seines Schicksals darstellen, sind sehr wichtige Faktoren seiner Geisteshaltung. Sie führen ihn näher zu seinem Herrn.
"Jede Seele wird den Tod kosten..."
Die schlimmste Sache, die einer Person von Unwissenheit passieren kann, ist der Tod. Das, was solche Personen am meisten fürchten, ist ihr eigener Tod oder der Verlust eines geliebten Menschen. Selbst die bloße Erwähnung des Todes wird im Allgemeinen am liebsten vermieden. Obwohl eine unwissende Person vielleicht das Gute in bestimmten Ereignissen erkennt, kann der Tod für sie niemals eine gute Sache sein.
Die Einstellung von ungläubigen Gesellschaften zum Tod ist konsequent die gleiche; sie sind nie fähig, das Thema anders zu betrachten. Für sie bedeutet der Tod vollständige Vernichtung, während das Jenseits eine Sache bloßer Spekulation ist.
Für Leute weit weg von der Wahrheit der Religion ist das Leben in dieser Welt das einzige Leben. Mit Tod ist diese einzige Chance vorüber. Aus diesem Grund trauern sie über den Verlust von geliebten Menschen. Was noch schlimmer ist: der plötzliche Tod eines geliebten Menschen in einem frühen Alter ist für die Ungläubigen ein Grund, über Allah und das Schicksal zu schimpfen.
Doch diese Leute vergessen einige wichtige Tatsachen: Zunächst einmal kommt niemand durch seinen eigenen Willen auf diese Welt. Das Leben eines jeden gehört Allah; jeder wird Seinem Willen zufolge zu dem Zeitpunkt geboren, den Er vorherbestimmte. Allah gehören die Himmel, die Erde und alles zwischen ihnen. Er kann die Seele von wem Er will wann Er will zurücknehmen. Kein Mensch kann die ihm zugewiesene Lebenszeit hinauszögern. Dies wird im Quran folgendermaßen beschrieben:
Und niemand stirbt ohne Allahs Erlaubnis, zu einem im Buch festgesetzten Termine. Wer den Lohn der Welt begehrt, dem geben Wir davon, und wer den Lohn des Jenseits begehrt, dem geben Wir davon. Wahrlich, Wir belohnen die Dankbaren. (Sure 3:145 – Al-'Imran)
Egal welche Maßnahmen man trifft oder wie sicher der Ort, an dem man sich befindet, auch sein mag, man kann dem Tod nicht entkommen. Wie es in einem der Aussprüche unseres Propheten Muhammad (s.a.w.s) heißt: "Wenn Allah Beschließt, dass eine Person in einem bestimmten Land sterben soll, Erschafft Er in ihr ein Bedürfnis, dorthin zu gehen." (Tirmidhi) Eine Person könnte diese Welt zu jedem Zeitpunkt verlassen müssen. Egal, wie man sich bemüht, einen geliebten Menschen nicht zu verlieren, selbst wenn man alle auf der Erde verfügbaren Ressourcen nutzt, man kann keinen Tod verhindern. Dass der Mensch dem Tod begegnen kann, wo immer er ist, wird in den folgenden Versen angegeben:
Wo immer ihr seid, der Tod wird euch einholen, auch wenn ihr in hochragenden Türmen wärt. (Sure 4:78 – an-Nisa)
Deshalb sollte man nicht versuchen den Tod um jeden Preis zu vermeiden, sondern sich lieber auf das Leben im Jenseits vorbereiten.
Tod ist Ein Anfang, Kein Ende
Leute von schwachem Glauben, oder solche, die überhaupt keinen Glauben an das Jenseits besitzen, haben eine falsche Vorstellung vom Tod und dem Leben, das danach kommt. Aus diesem Grunde betrachten sie, wie wir bereits sagten, den Tod eher als ein Unglück als einen Segen. Sie glauben, dass wenn sie jemanden verlieren, sie diesen Menschen für immer verlieren; sie denken, dass er im Grabe auf ein Nichts reduziert wird.
Tatsache ist aber, dass der Tod keine ewige Auslöschung bedeutet; im Gegenteil ist er ein Übergang zum Leben im Jenseits, unserem letztlichen Bestimmungsort. Es ist ein Moment, auf den unser aller Leben hinausläuft, zum Tag, an dem wir Rechenschaft über unser Leben ablegen müssen, dem Tag des Jüngsten Gerichts. Jeder Mensch, ohne Ausnahme, wird den Moment des Tods erfahren und zu seinem ewigen Bestimmungsort kommen. Dies kann in einem frühen Alter oder später im Leben passieren. So wird letzten Endes jeder eines Tages von dieser Welt gehen; und jeder Tag bringt das vorbestimmte Datum näher. Somit wären Bemühungen, dem Tod zu entkommen und das Vermeiden des Gedankens an den Tod, oder ihn als ein Unglück zu betrachten, vollkommen irrational.
Auch einige unter jenen, die Glauben an die Wahrheit des Jenseits haben, finden es völlig akzeptabel, über jemandes Tod zu trauern. Doch Allah ist der Gerechte. Die Person, die stirbt, wird Rechenschaft über ihre Taten in dieser Welt erstatten und demgemäß belohnt oder bestraft werden. Aus diesem Grund ist der Tod für jeden, der Glauben an Allah und das Jenseits hat und sein Leben seinem Herrn widmet, ein Tor zu ewiger Glückseligkeit. Aus der Sicht der Unwissenden dagegen, die das Jenseits anzweifeln und den Tag der Beurteilung ignorieren, ist der Tod ein Tor zu ewiger Qual. Aus diesem Grund ist es schwierig für sie, den Tod als etwas Gutes zu betrachten. Für Muslime dagegen ist er der Anfang völliger Erlösung.
Die Reaktion des Gläubigen auf den Tod eines anderen Gläubigen unterscheidet sich grundlegend von der Art oder Einstellung der Unwissenden. Denn der Tod, der allgemein als die schlimmste Sache überhaupt angesehen wird, ist in Wahrheit die beste Sache für die Gläubigen. Die Einstellung der Gläubigen zum Tod wird in dem folgenden Vers beschrieben:
Und wahrlich, wenn ihr auf dem Wege Allahs erschlagen werdet oder sterbt: Verzeihung von Allah und Barmherzig-keit ist besser als was ihr zusammenscharrt. (Sure 3:157 – Al-'Imran)
Genau wie ihr irdisches Leben bringt auch der Tod der Gläubigen ihnen Gutes. Bei Allah erwarten die Gläubigen, die sterben, während sie sich um Sein Wohlgefallen bemühen, Belohnungen verschiedenen Grades; die Märtyrer erhalten eine Ehre und einen Segen, der die Belohnung im Jenseits vergrößert. Der Tod eines Gläubigen, der es zu seinem einzigen Ziel macht, das Paradies zu erlangen und im Leben Allahs Wohlgefallen zu verdienen, ist daher ein großartiges Ereignis. Sich der frohen Botschaft aus dem Quran bewusst, trauern Gläubige nie über den Tod eines anderen Gläubigen, der sein Leben für Allah verliert. Im Gegenteil, wenn sie über das Gute und den Segen seines Todes nachdenken, freuen sie sich für ihn. Die größte Belohnung liegt im Gewinnen des Wohlgefallens von Allah und Seines Paradieses.
Ein Gläubiger, der ein langes Leben geführt und es im Dienste Allahs lebte, wird von Allah geschätzt und anerkannt. Der Prophet Nuh, dem Allah ein langes Leben gewährte, ist so ein Beispiel. Weil dieser edle Mensch jede Minute seines Lebens kämpfte, um das Wohlgefallen Allahs, Seine Gnade und Sein Paradies zu erlangen, vergrößerten seine Anstrengungen seine Belohnungen im Jenseits.
Hier gibt es eine Täuschung, der die Leute der ungläubigen Gesellschaften häufig zum Opfer fallen; sie betrachten ein langes Leben als ein Geschenk. Der folgende Vers klärt diesen Trugschluss auf:
Und die Ungläubigen sollen ja nicht glauben, dass der ihnen von Uns gewährte Aufschub für ihre Seelen gut ist. Wir schenken ihnen langes Leben nur, damit sie in Sünde wachsen. Und für sie ist schmähliche Strafe. (Sure 3:178 – Al-'Imran)
Die Leute der Gesellschaften der Unwissenheit, die weltliche Ziele zu ihrem einzigen Lebenszweck machen, betrachten ein langes Leben als eine Gelegenheit, diese weltlichen Güter umso länger zu genießen. So begreifen jene, die nicht an Allah und den Jüngsten Tag glauben, nicht den Wert der Zeit, die sie fahrlässig verschwenden. Doch wie im obigen Vers erwähnt wird, arbeitet diese Zeit, die ihnen gewährt wurde, in Wahrheit gegen sie.
Eine Person, die über diese Dinge nachdenkt, erlangt vielleicht ein tieferes Verständnis davon, wie wir darüber urteilen sollten, was "gut" ist und was "schlecht" ist, gemäß dem Vers Allahs, dass es Dinge gibt, die uns schlecht erscheinen, während sie eigentlich gut für uns sind, ebenso wie es Dinge gibt, die wir für nützlich erachten, während sie uns doch in Wahrheit nur schaden.