22 Haziran 2016 Çarşamba

Einleitung

Einleitung

Wenn Sie mal für einen Moment innehalten und über Ihr Leben nachdenken, werden Sie feststellen, dass all Ihre Erinne-rungen, obwohl sie vielleicht einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten umfassen, in nur wenigen Minuten erzählt werden könnten. All die Dinge, die Sie einmal für wichtig hielten oder die Sie stets zu vermeiden versuchten sind heute ein Teil der Vergangenheit. Was von diesen Gedanken und Gefühlen übrig geblieben ist sind allein Ihre Erinnerungen.
Doch Allah kennt jedes Wort, das Sie jemals äußerten und jeden Gedanken, der Ihnen jemals in den Sinn kam. Nach dem Tod, der früher oder später jeden von uns einholt, werden die Aufzeichnun-gen unserer Taten und Gedanken vor uns ausgebreitet werden. Unser Leben, welches uns dann so erscheinen wird, als habe es nur wenige Minuten gedauert, wird uns Moment für Moment, ohne dass ein einziger Augenblick ausgelassen wird, präsentiert werden. Allah wird kein Detail Ihres Lebens vergessen.
Wenn Sie Ihr Leben im Trachten nach Allahs Wohlgefallen geführt haben, sich in jedem Aspekt Ihres Lebens den Zweck Seiner Schöpfung vor Augen geführt und dadurch in allen Dingen das Gute erkannt haben und sich in jedem Augenblick der perfekten und vollendeten Schöpfung Allahs bewusst waren, dann können Sie sicher sein, dass Sie eine großartige Belohnung erhalten werden.
Denn nach dem Tod gibt es für den Menschen zwei Möglich-keiten, was mit ihm passieren wird; wenn er nach den Werten gelebt hat, die Allah vorschreibt, so wird er ewige Rettung erlangen. Wenn nicht, wird er ewige Qual erleiden müssen. Die moralischen Anforderungen Allahs sind in jeder Lebenssituation Dankbarkeit Ihm gegenüber auszudrücken, egal wie die Zustände auch sein mögen, und einen Glauben zu haben, der uns bewusst macht, dass in allem etwas Gutes steckt und dass alles von Allah stammt.
Alles, was uns zustößt, gelassen annehmen zu können, weil wir uns bewusst sind, dass in jedem Ding, egal wie schlecht es auch erscheinen mag, etwas Gutes steckt, ist keineswegs eine unerreichbare oder unrealistische Vorstellung. Vielmehr ist es eine Wahrheit, die durch die Vergegenwärtigung von Allahs Großartigkeit und Güte erkannt werden kann. Man braucht nur seinen Herrn zu erkennen, den Schöpfer dieser Welt und jedem Umstand des Lebens, und Ihm aus genau diesem Grund dankbar zu sein.
Von dem Zeitpunkt an, an dem eine Person diese Welt betritt, ist es Allah, Der jedes Ereignis, das in ihrem Leben stattfindet, initiiert. Allah ist der Gewaltige, der Weise und der Gerechte. Alles wird von Allah in Einklang mit einem Plan und für einen göttlichen Zweck geschaffen, wie Er es in einem Vers des Quran ausdrückt"Siehe, alle Dinge erschufen Wir nach Maß und Plan." (Sure 54:49 – al-Qamar) Angesichts Allahs unendlicher Macht und Überlegenheit ist der Mensch bloß ein schwaches Wesen. Ohne Allahs Segen kann er nicht überleben. Der Mensch kann durch seinen Verstand nur soviel von der Realität dieser Welt begreifen, wie sein Schöpfer ihm erlaubt. Somit ist die Unterwerfung in Allahs unendliche Weisheit und den göttlichen Zweck, der in allen Dingen steckt, eine wesentliche Anforderung für jeden einzelnen von uns. Ganz egal was uns im Leben auch zustößt, wir müssen uns immer bewusst machen, dass Allah der Herrscher des gesamten Universums ist, dass Er weiß, sieht und hört, was wir nicht wissen und erkennen können und dass Er all die Dinge kennt, von denen wir völlig ahnungslos sind. So sollten wir erkennen, dass es Allah ist, der jedes Ereignis einem göttlichen Zweck zufolge verursacht: zu unserem eigenen Guten.
Wenn wir uns dieser Wahrheit bewusst sind, nehmen wir automatisch eine bessere Einstellung gegenüber dem Leben an. Wir sind für alles, was uns zustößt, dankbar. Wir versuchen, in jedem Augenblick und bei jedem Ereignis, das wir erfahren, kurz, in jedem Moment unseres Lebens in allem "Das Gute" zu erkennen, und dadurch ein korrektes Verständnis der Bedeutung unseres Lebens zu erlangen. Wenn der Mensch die richtige Wahl zwischen den beiden Möglichkeiten trifft, die im Quran so ausgedrückt werden "Wir leiteten ihn gewiss des Weges, ob er (nun) dankbar oder undankbar gewesen war." (Sure 76:3 – al-Insan), so wird er, mit Allahs Willen, das höchste Ziel erreichen; das ewige Leben im Paradies.
Der Zweck dieses Buches ist es, Licht auf die Schönheit eines Lebens unter der Erkenntnis, dass in jedem Moment etwas Gutes steckt, zu werfen und uns den Segen, den solch eine Einstellung auf das Leben sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits wirft, vor Augen zu führen. Ebenso wird dieses Buch durch die Erforschung der Gründe, die den Menschen davon abhalten, in allem das Gute zu sehen, den Leser vielleicht von einer dem Islam entgegen gestellten Geisteshaltung lösen. Dieses Buch beabsichtigt, den Leser zu ermutigen, die richtigen moralischen Prinzipien anzunehmen, die ihn zu der Erkenntnis bringen werden: "Es steckt etwas Gutes in allem". Wenn er diese Worte aus tiefstem Herzen ausspricht, so wird er in schwierigen Situatio-nen gelassen und dankbar bleiben, anstatt sie bloß zu ertragen oder sich über sie zu ärgern. Denn um einander an die Voll-endung des von Allah bestimmten Schicksals zu erinnern, sollten sich alle Gläubigen in vollstem Vertrauen Seiner unendlichen Weisheit ergeben.

In Allem, was geschieht, das Gute sehen

In Allem, was geschieht, das Gute sehen

Das "Sehen des Guten in den Dingen" ist eigentlich ein ge-wöhnlicher und oft gehörter Ausdruck. Im Verlauf des täglichen Lebens sagen die Leute häufig Dinge wie "Es muss etwas Gutes in dieser Sache stecken" oder "Es ist ein Segen von Gott".
Doch die Leute sprechen diese Weisheiten für gewöhnlich aus, ohne ihre wahre Bedeutung zu verstehen, bloß um gesellschaftlichen Bräuchen zu folgen. Die meisten erkennen den eigentlichen Sinn dieser Worte und was sie für unser tägliches Leben bedeuten nicht. Im Grunde sind die meisten ahnungslos, dass diese Worte einen wichtigen Einblick in den Sinn und Hin-tergrund der täglichen Ereignisse geben.
Fakt ist jedenfalls, dass das Sehen des Guten in allen Ereig-nissen, egal in welchen Umständen, seien sie günstig oder ungünstig, eine wichtige moralische Qualität ist, die aus aufrichtigem Glauben an Gott resultiert, und der Lebenseinstellung, die von diesem Glauben kommt. Das Verständnis dieser Wahrheit ist ein großer Segen in dieser Welt und bringt eine große Beloh-nung im Jenseits mit sich, wo man endlosen Frieden und Glückseligkeit finden wird.
Keinerlei Gefühle der Enttäuschung bei irgendwelchen alltäglichen Geschehnissen zu verspüren weist auf ein wahres Verständnis der Bedeutung von Glauben hin. Nicht das Gute in allen Dingen zu sehen und mit dauernder Angst, Sorge, Verzweiflung, Trauer oder Sentimentalität erfüllt zu sein, zeigt dagegen einen Mangel an aufrichtigem Glauben. Solch eine Geisteshaltung sollte man schnellstens ablegen. Die Freude, die aus aufrichtigem Glauben hervorgeht, sollte als ein notwendiger Teil des Leben angesehen werden. Ein Gläubiger weiß, dass Ereignisse, die auf den ersten Blick ungünstig erscheinen, einschließlich jener, die aus seinen Fehler resultieren, sich letztendlich als äußerst nützlich für ihn herausstellen können. Wenn er die Worte "Unglück", "Missgeschick" oder "wenn doch nur..." benutzt, dann nur, um eine Lehre aus einer Erfahrung zu ziehen. In anderen Worten weiß der Gläubige, dass in allem, was geschieht, etwas Gutes steckt; er lernt aus seinen Fehlern und versucht, sich zu verbessern. Wenn er wieder den gleichen Fehler begehen sollte, denkt er daran, dass alles für einen bestimmten Zweck geschieht und beschließt, das nächste Mal noch besser aufzupassen. Selbst wenn die gleiche Sache Dutzende Male vorkommen sollte, muss ein Muslim stets daran denken, dass alles einen Sinn hat. So ist das unveränderliche Gesetz Allahs. Diese Tatsache wurde auch vom Propheten Muhammad (s.a.w.s) erklärt, der sagte:
Seltsam sind die Wege eines Gläubigen, denn in jeder seiner Angelegenheiten liegt etwas Gutes, was bei keinem Menschen außer ihm der Fall ist. Wenn er etwas erlebt, was ihm Vergnügen bereitet, dankt er (Allah), also gibt es etwas Gutes für ihn in dieser Sache, und wenn er sich in Schwierigkeiten befindet und sie geduldig erträgt, gibt es auch in dieser Sache etwas Gutes für ihn. (Sahih Muslim)
Nur durch die Anerkennung, dass Allah alles für einen bestimmten Zweck erschafft, kann Frieden und Gelassenheit in die Herzen der Menschen einkehren. Diese Tatsache zu verstehen bedeutet einen großen Segen für den Gläubigen. Eine Person, die vom Islam entfernt ist, leidet an ununterbrochener Qual; sie lebt in dauernder Sorge und ängstigt sich ständig vor irgendwelchen Dingen, die vielleicht passieren könnten. Ein Gläubiger dagegen erkennt und vergegenwärtigt sich die Tatsache, dass es einen göttlichen Zweck in Allahs Schöpfung gibt.
Eine unschlüssige Geisteshaltung, das heißt, man leidet unter der ständigen Erwartung sowohl des Guten als auch des Schlechten, wird für einen Gläubigen im Jenseits eine Last sein. Sich solch einer schlichten und offensichtlichen Wahrheit wie oben beschrieben aufgrund von Desinteresse oder Faulheit nicht bewusst zu sein, wird sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits nichts als Qual hervorrufen. Wir müssen uns im Klaren sein, dass das Schicksal der Menschen von Allah vorherbestimmt wurde und völlig fehlerfrei ist. Jemand, der in allen Dingen das Gute erkennt, findet Segen und einen göttlichen Zweck nur innerhalb eines riesigen Komplexes miteinander verknüpfter Ereignisse. Obwohl sie während des Tages vielleicht viele andere Dinge beschäftigen, lässt sich eine Person von starkem Glauben, Weisheit und Gewissen niemals von Satan verleiten. Egal wie, wann oder wo ein Ereignis stattfindet, sie vergisst nie, dass es immer irgendetwas Gutes dahinter gibt. Obwohl sie vielleicht nicht fähig ist, dieses Gute sofort zu erkennen, ist das was wirklich für sie zählt ihr Bewusstsein, dass alles einen Sinn hat.
Wegen ihrer hastigen Natur sind die Leute oft nicht geduldig genug, um das Gute in den Ereignissen, die ihnen zustoßen, zu sehen. In der Folge werden sie vielleicht aggressiv und hartnäckig versuchen, etwas zu erreichen, was eigentlich gegen ihr Interesse ist und ihnen eher schaden als nutzen würde. Im Quran wird diese Tatsache folgendermaßen erklärt:
Und der Mensch erbittet Schlechtes so wie er Gutes erbittet; denn der Mensch ist voreilig. (Sure 17:11 – al-Isra')
Trotzdem muss eine Person sich bemühen, den guten und göttlichen Zweck in jedem Ereignis zu sehen, das Allah ihr beschert, anstatt hartnäckig auf Dingen zu bestehen, die ihrem Verstand günstig erscheinen und voller Ungeduld zu versuchen, diese Dinge zu erreichen. Ein Beispiel: obwohl eine Person sich sehr bemüht, einen besseren finanziellen Status zu erlangen, mag eine Änderung vielleicht nie eintreten. Eine Person, die solch eine Situation als frustrierend empfinden würde, läge falsch. Natürlich betet man zu Allah um Reichtum, der im Trachten nach Seinem Wohlgefallen ausgegeben werden sollte. Aber man muss wissen, dass wenn dieser Wunsch nicht gewährt wird, dies einen bestimmten Grund hat. Es könnte sein, dass eine Zunahme an Reichtum, der vor dem Erreichen geistiger Reife erworben wird, die betreffende Person anfällig gegenüber Satans Tricks machen würde. Vielen anderen ähnlichen Gründen, von denen die wenigsten sofort erkennbar sind oder nur im Jenseits offenbart werden, liegen bestimmte Ereignisse zugrunde. Ein Mann verpasst vielleicht eine Besprechung, die er für einen wichtigen Schritt in seiner Karriere hielt. Doch könnte er, wenn er zur Versammlung gegangen wäre, auf dem Hinweg in einen Verkehrsunfall verwickelt worden sein oder, wenn die Versammlung in einer anderen Stadt wäre, so wäre vielleicht sein Flugzeug abgestürzt.
Niemand ist gegen solche Ereignisse immun. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man im Nachhinein das Gute in einer Sache sieht, die zuerst sehr ungünstig geschienen hatte. Man sollte stets daran denken, dass man nicht immer fähig sein kann, den Sinn einer scheinbar ungünstigen Situation zu begreifen. Wir haben vielleicht nicht immer die Chance, das positive Resultat eines bestimmten Ereignisses zu erleben. Es ist gut möglich, dass Allah den göttlichen Sinn hinter manchen Ereignissen erst im Jenseits enthüllen wird. Aus diesem Grund sollte jeder Mensch, der sich seinem Schicksal hingibt und vollstes Vertrauen in Allah setzt, jedes Ereignis annehmen, egal wie gut oder schlecht es erscheinen mag, und sich immer bewusst sein, dass es in allem etwas Gutes gibt.
Es muss auch erwähnt werden, dass "das Erkennen des Guten" keineswegs bedeutet, dass man die Ernsthaftigkeit der ungünstigen Ereignisse ignoriert, indem man so tut, als ob sie nicht passiert wären oder indem man übermäßig idealistisch ist. Im Gegenteil ist ein Gläubiger dafür verantwortlich, alle geeigneten Handlungen und Methoden durchzuführen, um ein Problem zu lösen und eine Situation zu verbessern. Die Gelassenheit eines Gläubigen darf nicht mit dem Verhalten von anderen verwechselt werden, die - aufgrund eines falschen Verständnis der Thematik - gegenüber allem, was um sie herum passiert, gleichgültig und passiv bleiben und auf unrealistische Weise optimistisch sind. Solche Leute tragen eine "rosarote Brille". Sie treffen keine vernünftigen Entscheidungen oder setzen sie in die Tat um, weil sie passiv und naiv optimistisch sind, anstatt nach Lösungen für Probleme zu suchen. Wenn bei solch einer Person beispielsweise eine ernste Krankheit diagnostiziert wird, so würde sich ihre Situation mit der Zeit immer mehr verschlechtern, bis hin zur Todesgefahr, da sie in ihrer Passivität eine angemessene Behandlung vernachlässigen würde. Ein anderes Beispiel: eine Person, die es unnötig findet, ihre Wertgegenstände zu sichern, obwohl bei ihr schon einmal eingebrochen wurde, bringt sich durch ihre Nachlässigkeit selbst in die Gefahr, wieder das Opfer weiterer ähnlicher Überfälle zu werden.
Zweifellos sind solche Verhaltensweisen weit entfernt von wahrem "Gottvertrauen" und "dem Sehen des Guten in allem". Solche Einstellungen sind im Grunde nichts als Nachlässigkeit. Gläubige müssen dagegen stets ihr bestes tun, um eine praktische Lösung für eine Situation zu finden. Die Art, wie sie handeln, ist eine Form von "Verehrung Allahs". Denn wenn sie in solche Situationen verwickelt werden, denken sie immer daran, dass es allein Allah ist, der die Ereignisse stattfinden lässt.
Im Quran teilt uns Allah die Geschichten der Propheten und wahren Gläubigen als Beispiele von Menschen mit, die sich dieser Tatsache bewusst waren, und denen die Gläubigen nacheifern sollten. Die Art, wie der Prophet Hud (a.s.) seinem Volk trotz deren Drohungen gegen ihn antwortete, enthüllt seine vollständige Ergebung in Allah und sein unerschütterliches Vertrauen in Ihn.
Sie sprachen: "O Hud! Du kamst nicht mit einem deutlichen Wunder zu uns. Und wir wollen unsere Götter nicht auf dein Wort hin verlassen. Wir glauben dir nicht. Wir können nur vermuten, dass dich einer unserer Götter mit einem Übel heimgesucht hat." Er sprach: "Siehe, ich nehme Allah zum Zeugen, und bezeugt auch ihr, dass ich nichts mit den Götzen zu schaffen habe, die ihr Ihm zur Seite setzt. So macht halt allesamt euere Pläne gegen mich, und gebt mir keinen Aufschub. Siehe, ich vertraue auf Allah, meinen Herrn und eueren Herrn. Kein Lebewesen gibt es auf Erden, das Er nicht am Schopf erfasst. Siehe, meines Herren Weg ist gerade. Und selbst wenn ihr den Rücken kehrt, so habe ich euch doch überbracht, womit ich zu euch entsandt worden war. Mein Herr wird euch ein anderes Volk nachfolgen lassen. Und Ihm könnt ihr nicht schaden. Siehe, mein Herr gibt auf alle Dinge acht." (Sure 11:53-57 – Hud)

Wie die Unwissenden die Dinge wahrnehmen, die Geschehen

Wie die Unwissenden die Dinge wahrnehmen, die Geschehen

Im allgemeinen tendieren die Leute dazu, Ereignisse entweder als gut oder als schlecht zu bewerten. Solch eine Einteilung rührt oft von ihren Gewohnheiten oder Traditionen her. Ihre Reaktionen auf Ereignisse hängen von der Art und der Ernst-haftigkeit der Ereignisse ab; wie sie sie aufnehmen wird letztendlich von gesellschaftlichen Bräuchen bestimmt.
Fast jeder hat Überreste seiner Kindheitsträume, auch noch im fortgeschrittenen Alter. Diese Pläne haben sich vielleicht nicht immer auf die Weise verwirklicht, die geplant war oder sie wurden erst gar nicht realisiert. Wir sind ständig anfällig gegenüber unerwarteten Ereignissen im Alltag. Jemand der denkt, sein Leben verlaufe völlig nach Plan, wird vielleicht irgendwann mit einer Reihe von Änderungen konfrontiert, die auf den ersten Blick negativ scheinen. Eine ansonsten gesunde Person erliegt vielleicht plötzlich einer tödlichen Krankheit oder verliert irgendeine physische Fähigkeit in einem Unfall. Eine wohlhabende Person könnte jederzeit durch unerwartete Ereignisse all ihren Reichtum wieder verlieren.
Die Reaktionen der Leute auf solche Achterbahnen von Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein. Sie sind glücklich, so lange die Ereignisse günstig erscheinen. Doch wenn sie mit etwas Unerwartetem konfrontiert werden, fühlen sie sich enttäuscht und werden oft sogar zornig. Abhängig von der Wichtigkeit, die sie diesen Ereignissen beimessen, kann ihre Wut gefährliche Ausmaße annehmen. Diese Verhaltensweisen sind typisch für Gesellschaften der Unwissenheit.
Es gibt unter ihnen auch solche, die, wenn etwas sie enttäuscht, trotzdem sagen, dass es "etwas Gutes darin geben muss". Doch dies sind nur Worte, die sie - ohne ihre wahre Bedeutung zu verstehen - aussprechen und im Geiste weiter den gesellschaftlichen Bräuchen folgen.
Es gibt auch eine andere Gruppe von Leuten, die bereit sind, den göttlichen Zweck in banalen und unwichtigen alltäglichen Ereignissen zu entdecken. Doch wenn sie mit ernsteren Ereignissen, die ihnen vielleicht als schädlich erscheinen, konfrontiert werden, vergessen sie ihre guten Absichten schlagartig. Beispielsweise mag es einer Person keinen Frust bereiten, wenn ihr Auto auf dem Weg zur Arbeit nicht anspringen will, und sie ist bereit, das mögliche Gute in dieser Sache zu sehen. Doch wenn ihr Zuspätkommen zur Arbeit ihren Chef wütend macht oder sich als ein Grund herausstellt, ihre Arbeitsstelle gekündigt zu bekommen, dann beginnt diese Person zu jammern und zu klagen. Auf die gleiche Weise würde sie sich verhalten, wenn sie ein wertvolles Schmuckstück anstatt einer billigen Armbanduhr verlieren würde. Wie diese Beispiele zeigen, gibt es bestimmte kleine und unwichtigere Ereignisse, auf die die Leute vielleicht vernünftig reagieren oder bei denen sie bereit sind, das Gute in ihnen zu betrachten; doch andere ernstere Beispiele führen sie zu Wut und Verzweiflung.
Einige andere dagegen versuchen bloß, sich mit dieser Idee zu trösten, ohne überhaupt ein Verständnis der wahren Bedeutung vom "Sehen des Guten in allem" zu haben. Auf diese Weise, so glauben sie, können sie anderen, die in Schwierigkei-ten geraten sind, wie etwa einem Familienmitglied, dessen Unternehmen in Konkurs gegangen ist, oder einem Freund, der durch eine Prüfung gefallen ist, Mut machen und Trost spenden. Doch sobald es um ihre eigenen Interessen geht, zeigen sie nicht das kleinste Anzeichen der Betrachtung des "Guten" in der Sache und enthüllen so ihre eigentliche Unwissenheit.
Das Scheitern, das Gute in allen Erfahrungen zu sehen, stammt von einem Mangel an Glauben. Nicht zu begreifen, dass es allein Allah ist, Der jedes einzelne Ereignis im Leben vorherbestimmt hat, dass alles in Übereinstimmung mit einem bestimmten Plan geschieht und dass das Leben in dieser Welt nichts als ein Test ist, sind die Dinge, die den Menschen daran hindern, das Gute in allen Dingen, die um ihn herum geschehen, zu erkennen.
Im folgenden Teil dieses Buches werden wir diese Thematik tiefergehend besprechen. Wir werden den Glauben erforschen, der uns zur Gewissheit führt, dass etwas Gutes in allen Geschehnissen steckt und die Faktoren untersuchen, die notwendig sind, um diese guten Aspekte in den Geschehnissen zu erkennen.

Wie man das Gute in den Ereignissen erkennt

Wie man das Gute in den Ereignissen erkennt

Das Bewusstsein, dass Allah es ist, Der jedes Detail in einem Menschenleben vorherbestimmt,...

Den meisten Leuten gefällt es, wenn die Dinge in Übereinstimmung mit ihren Wünschen ablaufen, doch werden sie leicht zornig, wenn die kleinste Sache nicht nach Plan läuft. Ein Gläubiger dagegen darf gegenüber solchen Gefühlen nicht anfällig sein. Im Quran offenbart Allah die frohe Botschaft, dass Er jedes einzelne Ereignis für den Nutzen Seiner wahren Diener bestimmt hat, und dass keine Angelegenheit zu Kummer führen oder sie beunruhigen sollte.
Eine Person, die diese Wahrheit tief in ihrem Herzen trägt, ist in der Lage, alle Dinge, mit denen sie konfrontiert wird, gelassen anzunehmen und den Segen zu erkennen, der in diesen Dingen steckt.
Viele Menschen denken nie ernsthaft darüber nach, wie sie in den Zustand der Existenz kamen oder warum sie überhaupt existieren. Obwohl ihr Gewissen sie zur der Erkenntnis führen würde, dass die Wunder der Welt und deren perfekte Ordnung einen Schöpfer haben müssen, bestreiten sie Seine Existenz wegen ihrer übermäßigen Liebe für das Leben dieser Welt und sie weigern sich, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Sie ignorieren die Tatsache, dass jedes Ereignis in ihrem Leben einem Plan und Zweck zufolge geschieht und flüchten sich stattdessen in falsche Vorstellungen wie Zufall oder Glück. Diese Einstellung hindert sie nur daran, das Gute in den Ereignissen zu sehen und Lehren aus ihnen zu ziehen.
Es gibt auch solche, die von der Existenz Allahs wissen und begreifen, dass Er es ist, Der das gesamte Universum erschaffen hat. Sie sehen die Tatsache ein, dass Allah es ist, Der den Regen verursacht oder jeden Tag die Sonne aufgehen lässt. Sie erkennen, dass es für die Dinge keine andere Erklärung geben kann. Doch wenn es um die Ereignisse im Verlauf ihres Lebens kommt, um die kleinen Dinge, die im Alltag passieren, denken sie, dass sie von Allah unabhängig seien. Jedoch ist es Allah, Der einen Einbrecher dazu führt, in ein Haus einzubrechen, Der einen über ein Hindernis stolpern lässt, Der Land fruchtbar oder tot macht, Der ein Geschäft gewinnbringend sein lässt und Der einen den Kochtopf auf dem Herd vergessen lässt. Jedes Ereignis geschieht innerhalb der unendlichen Weisheit von Allah und in Übereinstimmung mit einem erhabenen Plan. Ein Fleck auf der Hose, ein Loch im Reifen, Akne im Gesicht, eine Krankheit oder irgendwelche anderen unerwünschten Dinge im Leben einer Person geschehen alle in Übereinstimmung mit einem bestimmten vorherbestimmten Plan.
Nichts, was eine Person in dieser Welt erlebt, vom Moment an, an dem sie ihre Augen öffnet, geschieht außerhalb der Kontrolle Allahs. Alles was existiert wurde von Allah geschaffen, Der die völlige Kontrolle über das gesamte Universum hat. Allahs Schöpfung ist perfekt, makellos und voller Sinn. Dies ist Teil des Schicksals, das von Allah geschaffen wird; man darf die Ereignisse nicht in "gut" und "schlecht" kategorisieren. Das, was jedem Menschen obliegt, ist die Vollendung in allen Ereignissen zu erkennen und zu schätzen, und mit völliger Gewissheit daran zu glauben, dass etwas Gutes in ihnen liegt. Er muss sich der Tatsache bewusst sein, dass innerhalb Allahs unendlicher Weisheit alles in einer Weise geschieht, die am Ende zu den besten Ergebnissen führt. Tatsächlich ist für jene, die glauben und das Gute in allen Dingen erkennen, sowohl diese Welt als auch das Jenseits ein Teil von einem ewigen Guten.
Im Quran lenkt Allah fast auf jeder Seite unsere Aufmerk-samkeit auf die obengenannte Tatsache. Aus diesem Grund wäre es ein schlimmer Fehler für einen Gläubigen, sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass alles einem bestimmten Schicksal zufolge passiert. Das Schicksal, das von Allah bestimmt wird, ist einmalig und wird von einer Person auf genau die Weise erfahren, die Allah vorherbestimmt hat. Der gewöhnliche Mensch betrachtet den Glauben an das Schicksal bloß als eine Methode, die "Trost bei einem Unglück spendet". Ein Gläubiger dagegen hat ein korrektes Verständnis seines Schicksals und begreift, dass es das perfekte Programm ist, das ausschließlich für ihn geplant und entworfen wurde.
Das Schicksal ist eine völlig fehlerfreie Ordnung, die einen Gläubigen auf das Paradies vorbereitet. Es ist reichlich mit Segen ausgestattet und enthält einen göttlichen Zweck. Jede Schwierig-keit, der ein Gläubiger in dieser Welt gegenübersteht, wird eine Quelle von unendlicher Seligkeit, Freude und Frieden im nächsten Leben sein. Der Vers "Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung!(Sure 94:5 – asch-Scharh) macht uns auf diese Tatsache aufmerksam; innerhalb ihres Schicksals sind die Geduld und der Mut der Gläubigen zusammen mit ihren jeweiligen Belohnungen im Jenseits vorbestimmt.
Im Alltag kann es vorkommen, dass ein Gläubiger sich über bestimmte Dinge sorgt oder von Geschehnissen irritiert ist. Der primäre Grund seiner Verwirrung und Sorge ist sein Fehler, sich nicht daran zu erinnern, dass jedes Ereignis Teil seines Schicksals ist und dass es planmäßig von Allah geschaffen wurde. Der Gläubige wird sich jedoch beruhigen und Trost finden, wenn er an den Zweck von Allahs Schöpfung erinnert wird.
Aus diesem Grund muss ein Gläubiger lernen, ständig im Hinterkopf zu behalten, dass alles vorherbestimmt ist und auch andere an diese Tatsache zu erinnern. Er muss Geduld zeigen bei Ereignissen, die Allah für ihn vorbestimmt hat, sein Vertrauen in Ihn setzen und sich bemühen, den Sinn hinter den Ereignissen zu erkennen. Wer versucht, diese Gründe zu verstehen, wird mit Allahs Willen schließlich erfolgreich sein. Obwohl er nicht immer fähig sein kann, den eigentlichen Zweck zu erkennen, muss der Gläubige sich immer gewiss sein, dass in allem was passiert immer ein Sinn und etwas Gutes steckt.

Das Verständnis, dass jedes Wesen, ob lebendig oder nicht, in Übereinstimmung mit einem bestimmten Schicksal erschaffen wird,...

Das Schicksal ist Allahs perfektes Wissen um alle Ereignisse, ob vergangene oder zukünftige, in einem einzigen Moment zusammengefasst. Dies demonstriert die absolute Überlegenheit Allahs über alle Wesen und Ereignisse. Die Menschen können erst dann von einem bestimmten Ereignis wissen, wenn sie es erleben. Doch Allah kennt alle Ereignisse bereits bevor sie eintreffen. Für Allah sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft alle gleich. Sie liegen alle innerhalb des Wissens von Ihm, denn Er ist es, Der sie erschafft.
Wie auch der Vers "Siehe, alle Dinge erschufen Wir nach Maß und Plan." (Sure 54:49 – al-Qamar) aussagt, ist jede Sache in dieser Welt Teil eines großen Schicksals. Die Mehrheit der Leute denkt nicht einmal einen Moment lang über die Natur des Schicksals nach und so erkennen sie nicht, dass es Allahs unendliche Macht ist, die hinter dieser fehlerfreien Reihenfolge von Ereignissen steckt. Einige denken, dass das Schicksal nur die Menschen umfasst. Doch alles im Universum, von Möbeln in Ihrem Haus bis zum Kieselstein auf der Straße, ein getrocknetes Kraut, eine Frucht oder ein Glas im Supermarktregal, alles ist Teil des Schicksals, das von Allah vorherbestimmt wird. Das Schicksal jeder geschaffenen Sache ist innerhalb der unendlichen Weisheit von Allah vorbestimmt worden.
Jedes Ereignis, das eine Person erfährt und jedes Geräusch, das sie hört, sind Teil eines Lebens, das eigens für sie geschaffen worden ist. Ob bedeutend oder unbedeutend, kein Ereignis im Universum passiert durch Zufall. Keine Blume blüht oder verwelkt durch Zufall. Kein Mensch kommt in den Zustand der Existenz oder stirbt aus reinem Zufall. Kein Mensch wird zufällig krank und niemals entwickelt sich seine Krankheit in einer unkontrollierten Weise. Immer sind diese Ereignisse eigens von Allah vorherbestimmt worden. Alles, was existiert, innerhalb der Tiefen der Erde oder den Ozeanen oder das Herabfallen eines einzelnen Blattes, alles kommt in Übereinstimmung mit Schicksal vor, wie der folgende Vers zeigt:
Und bei Ihm sind die Schlüssel des Verborgenen; Er allein kennt es. Er weiß, was zu Land und im Meer ist, und kein Blatt fällt nieder, ohne dass Er es weiß. Und kein Körnchen gibt es in den Finsternissen der Erde und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht in einem deutlichen Buch stünde. (Sure 6:59 – al-An'am)
Allahs Bote, der Prophet Muhammad (s.a.w.s) sagte auch, dass alle Handlungen von Allah bestimmt werden:
Allah, der Erhabene, der Herrliche, hat für jeden Diener in Seiner Schöpfung fünf Dinge vorbestimmt: seinen Tod, seine Handlungen, seinen Wohnort, die Orte, die er besucht und seine Nahrungsmittel. (Tirmidhi)
Doch die Leute sind sich der Tatsache, dass jeder Moment in ihrem Leben von Allah vorherbestimmt wird, generell nicht bewusst. Einige haben nie darüber nachgedacht, wie sie erschaffen wurden oder wie die Segen, die sie genossen haben, in den Zustand der Existenz kamen. Obwohl ihr Gewissen sie zur der Erkenntnis führen würde, dass die Wunder der Welt und deren perfekte Ordnung einen Schöpfer haben müssen, bestreiten sie Seine Existenz wegen ihrer übermäßigen Liebe für das Leben dieser Welt und sie weigern sich, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Doch im Quran informiert Allah uns, dass selbst das kleinste Detail sogar von Seiner unendlichen Weisheit vorherbestimmt wird und in Übereinstimmung mit einem göttlichen Zweck geschieht:
Kein Unheil geschieht auf Erden oder euch selbst, das nicht in einem Buch stünde, bevor Wir es geschehen lassen. Das ist Allah fürwahr ein leichtes. (Sure 57:22 – al-Hadid)
Entscheidend ist, dass der Mensch ein Verständnis dieser Wirklichkeit hat. Denn das Schicksal jeder Sache in diesem Universum ist Allah, dem Allwissenden, dem Weisen bekannt. Daher ist jedes Detail vollkommen geplant und für einen Zweck, und "alles geschieht durch Beschluss" wie der Prophet Muhammad (s.a.w.s) sagte. Eine Person, die volles Bewusstsein über diese Tatsache erlangt, wird mit jedem ihres Lebens zufrieden sein; sowohl in guten Zeiten als auch in scheinbar schlechten. Der Grund hierfür ist, dass Seine aufrichtigen Diener erfolgreich erkennen, dass es Allah ist, der ihr Schicksal ohne einen Fehler schuf. Sie werden sich bewusst sein, dass es unwissend wäre, etwas als Missgeschick zu betrachten, wenn es doch notwendigerweise einen göttlichen Zweck in dieser Sache geben muss. Solch ein tiefgründiges Verständnis dieser Tatsache ermöglicht ihnen, die Segen in den Dingen zu erkennen, die passieren.
Anzunehmen, dass das, was man erlebt, nicht von Allah geschaffen wird und stattdessen zu glauben, dass jemand oder etwas anderes für die Ereignisse verantwortlich ist, ist wieder ein Zeichen vom Scheitern, das Konzept des Schicksals richtig zu begreifen. Jede Sache, die scheinbar nicht nach Plan verläuft, ist in Wirklichkeit eine "Lehre des Schicksals". Die Menschen müssen sich rückhaltlos öffnen, um den guten und göttlichen Zweck in Ereignissen zu erkennen. Die Leute tendieren dazu, Ereignis-se, die ihnen ungünstig erscheinen, als "Unglücke" zu bezeichnen. Doch es liegt auch ein Gutes und ein Zweck in den Dingen, die einem vielleicht wie ein "Unglück" vorkommen. Es ist nur deshalb ein "Unglück", weil wir es so nennen; in Wirklichkeit ist es das Beste aller möglichen Ereignisse, weil es das ist, was vorherbestimmt wurde.
Wenn Allah das Gute und den Zweck der anscheinend ungünstigen Ereignisse oder der Schwierigkeiten, die den Leuten Kummer bereiten, zeigen würde, so würden sie verstehen, wie sinnlos ihre Enttäuschung und ihr Kummer ist. Indem sie den Segen in den Dingen erkennt, verspürt eine Person von Glauben dagegen Freude anstatt Kummer. Somit obliegt es dem Menschen, das Gute und den Nutzen seines Schicksals zu identifizieren, das heißt, in den Ereignissen, die alle Teil von Allahs vorherbestimmter Schöpfung sind, den Segen zu erkennen und zu schätzen.

Das Wissen, dass Schlechtes in scheinbar guten Ereignissen und Gutes in scheinbar schlechten Ereignissen liegen kann

In den obigen Abschnitten betonten wir, dass Allah, der Allwissende, jedes einzelne Ereignis in Übereinstimmung mit einem besonderen Plan geschehen lässt. Bei diesem Punkt verdient ein Punkt besondere Erwähnung; es ist nur Allah, Der weiß, welche Ereignisse günstig sind und welche nicht. Denn die Weisheit von Allah ist unendlich, während der Verstand der Menschen seine Grenzen hat. Menschen können nur das äußere der Ereignisse sehen und sich einzig und allein auf ihre begrenzte Wahrnehmung verlassen, um sie zu beurteilen. Ihre mangelnden "Hintergrundinformationen" bringt sie in einigen Fällen dazu, eine Sache nicht zu mögen, obwohl sie eigentlich gut für sie ist und eine andere Sache, die ihnen eigentlich schadet, zu lieben. Um in der Lage zu sein, das Gute zu erkennen, muss eine Person von Glauben ihr Vertrauen in die unendliche Weisheit von Allah setzen und darauf vertrauen, dass es etwas Gutes in allem gibt, was passiert. In der Tat erklärt Allah dem Menschen folgendes:
...Aber vielleicht verabscheut ihr etwas, das gut für euch ist. Und vielleicht liebt ihr etwas, das schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wisst (es) nicht. (Sure 2:216 – al-Baqara)
Hier informiert uns Allah, dass ein Ereignis, das ein Mensch für gut hält, ihm vielleicht nichts als Enttäuschung bereitet, sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits. Ebenso kann etwas, was er mit aller Macht vermeiden will und für schädlich hält, vielleicht die Quelle von Seligkeit und Frieden im Herzen für ihn bedeuten. Der innere Wert eines jeden Ereignisses ist zunächst nur Allah bekannt. Alles, ob scheinbar schlecht oder gut, findet mit Allahs Willen statt. Wir erleben nur die Dinge, die Allah erlaubt. Allah erinnert uns an diese Tatsache wie folgt:
Und wenn dich Allah mit einem Übel trifft, gibt es niemand, der es beseitigen könnte, außer Ihm. Und wenn Er Gutes für dich vorsieht, kann niemand Seine Wohltat aufhalten. Er gewährt sie, wem von Seinen Dienern Er will. Und Er ist der Verzeihende, der Barmherzige. (Sure 10:107 – Yunus)
Infolgedessen ist was immer wir in diesem Leben erfahren, ob es gut oder schlecht erscheint, in Wahrheit gut, weil es das ist, was unser Herr für uns vorherbestimmt. Der das Ergebnis der Ereignisse vorherbestimmt, ist kein Mensch, der durch die Fesseln von Zeit und Raum beschränkt ist, sondern Allah, der jenseits von Raum und Zeit ist und der sowohl den Menschen als auch Zeit und Raum erschaffen hat. (Für weitere Informationen lesen Sie bitte "Zeitlosigkeit und die Tatsache des Schicksals" von Harun Yahya)

Für Gläubige gibt es in Allem etwas Gutes

Für Gläubige gibt es in Allem etwas Gutes

Jeder geht im Leben einmal durch schwierige Zeiten. Diese Schwierigkeiten frustrieren, ärgern und besorgen die Mehrheit der Leute, die weit von der quranischen Moral entfernt sind. Deshalb werden sie leicht besorgt, angespannt und reizbar. Aus Mangel an Glauben an die Vollendung des von Allah bestimmten Schicksals erkennen sie nicht den Segen oder das Gute in den Dingen, die sie erleben. Weil sie ohne Glauben sind, wird sich in Wahrheit jeder Moment, den sie erleben, als schädlich für sie erweisen. So führen sie ein Leben voller Schwierigkeiten und Kummer, bis zu ihrem Tode.
Gläubige dagegen wissen, dass Schwierigkeiten von Allah herbeigeführt werden, um die Menschen zu prüfen. Sie sind sich bewusst, dass diese Schwierigkeiten dazu dienen, die wahren Gläubigen von jenen zu unterscheiden, die "Krankheit in ihren Herzen tragen", das heißt jene, die in ihrem Glauben nicht aufrichtig sind. Darum erklärt Allah im Quran, dass Er Gläubige prüfen wird, um zu enthüllen, wer aufrichtig im Glauben ist:
Oder glaubt ihr, in das Paradies einzugehen, ohne dass Allah die Glaubensstreiter unter euch und die Standhaften erkannte? (Sure 3:142 – Al-'Imran)
Allah will die Gläubigen nur in euerer jetzigen Lebensform belassen, bis Er das Schlechte von dem Guten getrennt hat... (Sure 3:179 – Al-'Imran)
In Bezug auf diese Frage erzählt Allah das folgende Beispiel, das zur Zeit des Propheten Muhammad (s.a.w.s) stattfand:
Und was euch am Tage des Zusammenstoßes der beiden Heere zustieß, geschah mit Allahs Erlaubnis, und damit Er die Gläubigen erkenne und auch die Heuchler erkenne... (Sure 3:166, 167 – Al-'Imran)
Der obige Vers ist selbsterklärend. In der Zeit des Propheten (s.a.w.s) standen Muslime schweren Nöten gegenüber und litten unter harten Umständen. Doch wie der oben zitierte Vers zeigt, geschah alles, was die Muslime durchmachen mussten, durch Allahs Wille und diente der Enthüllung derer, die Heuchler waren und versuchten, den Gläubigen Schaden zu bringen. Das heißt, alles wandte sich schließlich zum Guten für die Gläubigen.
Muslime, die sich über die Lehren, die in diesen Versen verbreitet werden, bewusst sind, betrachten jedes Ereignis, das zunächst schlecht und schädlich zu sein scheint und jeden Moment der Schwierigkeit als eine Gelegenheit, ihre Aufrichtigkeit, ihr Vertrauen in ihren Herrn und ihren festen Glauben unter Beweis zu stellen. Sie vergessen nie, dass sowohl Schwierigkeiten als auch Glück im Grunde nur ihrer Prüfung dienen. Und für ihre Standhaftigkeit und Ergebenheit zu Allah macht Er das, was eigentlich schlecht schien, schließlich zum Vorteil Seiner wahren Diener.
In den folgenden Seiten werden wir über die Schwierigkeiten reden, denen Gläubige oft gegenüberstehen und von den Versuchungen dieser Welt erfahren. Unser Ziel ist, Gläubige an den versteckten Segen und die Belohnungen, die ihre Geduld ihnen sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits bringen wird, zu erinnern.

Allah Prüft den Menschen indem Er ihn seinen Reichtum verlieren lässt

Das Hauptziel der Mehrheit aller Leuten in diesem Leben ist es, so viel Reichtum wie möglich anzusammeln. Zu diesem Zweck wenden sie beinahe jedes Mittel an, selbst illegale und verbotene. Der Wert, den Menschen Reichtümern zumessen, wird im Quran als "Liebe für die Schönheiten des Leben dieser Welt" beschrieben.
Den Menschen ist es eine Lust, sich an Frauen und Kindern, aufgespeicherten Schätzen an Gold und Silber, Rassepferden, Herden und Ackerland zu erfreuen. So ist der Nießbrauch des Lebens im Diesseits. Aber Allah – bei Ihm ist die schönste Heimstatt. (Sure 3:14 – Al-'Imran)
Vermögen und Kinder sind Schmuck des irdischen Lebens. Das Bleibende aber, die guten Werke, bringen besseren Lohn bei deinem Herrn und begründen bessere Hoffnung. (Sure 18:46 – al-Kahf)
In einem anderen Vers wendet sich Allah an solche Leute mit den Worten; "Und liebt (euer) Vermögen maßlos". (Sure 89:20 – al-Fadschr) Wie wir aus diesem Vers erfahren, sehnen sich die Unwissenden nach Reichtum. Denn Reichtum ist einer der primären Aspekte von Anerkennung in der Gesellschaft, deren Werte nicht auf der Religion basieren. In diesen Gesellschaften verehren, achten und respektieren die Leute die Wohlhabenden. Das Erlangen von solchem Reichtum bringt seine Besitzer zu unrecht dazu, anzunehmen, sie besäßen große Macht. So wird das Erreichen von Reichtum das Hauptziel im Leben der Menschen.
Dieser übermäßige Wunsch nach Reichtum kann auch dazu führen, dass man in ständiger Angst vor dem Verlust all seines Reichtums lebt. Jene, die solch eine Einstellung haben, verzweifeln, wenn sie ihren Reichtum verlieren und fluchen dann gegen Gott. Völlig unwissend darüber, dass dies nur ein Test für sie ist, werden sie völlig vom Verlust ihres Reichtums überwältigt.
Doch Allah befiehlt dem Menschen "weder sich über das zu betrüben, was ihm entgeht, oder sich überheblich über das zu freuen, was Er ihm gibt" (Sure 57:23 – al-Hadid). Er befiehlt dem Menschen, sich zu mäßigen und eine gute Moral anzunehmen. Über den Verlust von Reichtum zu verzweifeln und dagegen in Zeiten des Reichtums übermäßig zu frohlocken, ist ein Zeichen von Undankbarkeit gegenüber Allah.
Die Mitglieder unwissender Gesellschaften halten es unter dem Einfluss solch einer Einstellung für vollkommen akzeptabel, enttäuscht über den Verlust ihres Reichtums zu sein. Der Genuss finanzieller Sicherheit beispielsweise, resultierend aus mit viel Anstrengung erworbenem Reichtum, kann durch eine Naturkatastrophe ganz plötzlich verschwinden. Oder ein Feuer könnte in wenigen Momenten ein schönes Haus ruinieren, das nach jahrzehntelangem Sparen gekauft wurde. Eine Person, die sich der wahren Natur dieses Lebens nicht bewusst ist, reagiert konfus und verzweifelt, wenn sie solch einen Verlust erfährt; sie wird übermäßig pessimistisch und zornig.
Jene, die weit von der Moral des Quran entfernt sind, erkennen nicht, dass der Verlust von Reichtum gute und nützliche Aspekte beinhalten könnte. Aufgrund ihrer Lebenseinstellung und ihres Fehlers, nicht Allah zu vertrauen, werden Misserfolge, die sie in ihrer finanziellen Laufbahn erfahren, zu großen Belastungen.
Dies trifft jedoch nicht auf jene zu, die versuchen, stets das Gute in den Dingen zu sehen. Für sie hat der Verlust von Reichtum immer einen Sinn, auch wenn sie nicht fähig sind, ihn sofort zu begreifen. Es könnte einfach eine Erinnerung von Allah an Seine Diener sein, die über ihren Reichtum frohlockt haben und Gefahr liefen, der Versuchung der vorübergehenden weltlichen Vergnügen zu erliegen. Jeder Verlust dient nur dem Zweck unserer Erinnerung an die unendliche Macht Allahs und drängt uns dazu, all unser Denken auf Ihm auszurichten. Vielleicht hat Allah mit Seinen Dienern, die Geduld in schwersten Zeiten gezeigt haben und ihr Vertrauen in Ihn gesetzt haben, auch etwas Besseres vorgesehen. Statt der vorläufigen Vergnügen des Lebens in dieser Welt gewährt Er ihnen die zahllosen und ewigen Segen des Paradieses; und die unendlichen Segen des Paradieses sind eindeutig unvergleichlich großartiger als weltliche Genüsse.
Doch solche Änderungen der finanziellen Lage dienen vielleicht auch einem unmittelbareren Zweck. Zum Beispiel kann es etwas Gutes in einem Verkehrsunfall mit einem neuen Auto geben, denn vielleicht hat Allah den Fahrer so vor einem ernsteren Unfall bewahrt, der ihm mehr Verletzungen zugefügt hätte. Eine gewissenhafte Person betrachtet diesen Unfall als eine Erinnerung und Warnung, bittet um Vergebung und nimmt das Schicksal an, das für ihn von Allah bestimmt wurde.

"...Vielleicht liebt ihr etwas, das schlecht für euch ist..."

Wie wir bereits erwähnten, informiert Allah uns in der Sure 2:216 – al-Baqara darüber, dass bestimmte Umstände, die uns vielleicht ungünstig erscheinen, sich später vielleicht als gut und vorteilhaft herausstellen. Im gleichen Vers weist Allah auch darauf hin, dass bestimmte Dinge, die die Leute lieben, für sie sehr schädlich sein können. Im Quran gibt Allah das Beispiel von wohlhabenden Ungläubigen, die nicht bereit sind, von ihrem Reichtum etwas abzugeben. Die Überlegung der Ungläubigen, dass ihr Geiz "klug" ist und dass das Horten ihres Reichtums, den sie nicht bereit sind, für Allahs Wohlgefallen auszugeben, ihnen irgendwie nützt, ist pure Unwissenheit. Im Quran informiert uns Allah, dass solcher Reichtum schädlich ist und nichts als Qualen in der Hölle hervorrufen wird:
Und diejenigen, die mit dem knauserig sind, was Allah in Seiner Huld ihnen gab, sollen nicht wähnen, es diene ihnen zum Guten: Nein, zum Bösen dient es ihnen. Als Kette sollen sie am Tag der Auferstehung um den Hals tragen, womit sie gegeizt hatten. Und Allahs ist das Erbe der Himmel und der Erde. Und Allah kennt wohl euer Tun. (Sure 3:180 – Al-'Imran)
In Surat al-Qasas erzählt Allah die Geschichte von Qarun. Allah verlieh Qarun großes Vermögen, doch er wurde aufgrund des immensen Ausmaßes seines Reichtums eitel und verhielt sich rebellisch gegenüber seinem Herrn. Der Fall von Qarun, welcher zu Grunde ging, weil er die Warnungen missachtete, ist eine Lehre für die Menschen. Qarun's Geschichte wird im Quran folgendermaßen erzählt:
Siehe, Qarun (Korah) war vom Volke Moses, doch verging er sich gegen sie. Wir aber gaben ihm so viel an Schätzen, dass seine Schatztruhe für eine größere Schar kräftiger Leute eine Bürde gewesen wäre. Als sein Volk zu ihm sprach: "Frohlocke nicht, Allah liebt nicht die Frohlockenden, und suche mit dem, was dir Allah gegeben hat, die künftige Wohnung, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes tat, und stifte kein Verderben auf Erden; siehe, Allah liebt nicht die, welche Unheil stiften!", da sprach er: "Das (alles) wurde mir in Anerkennung meines Wissens gegeben!" Wusste er nicht, dass Allah bereits vor ihm ganze Geschlechter vernichtet hatte, die an Kraft stärker als er waren und mehr aufgehäuft hatten? Aber die Missetäter werden nicht nach ihren Sünden befragt. (Sure 28:76-78 – al-Qasas)
Wie die oben zitierten Verse erzählen, glaubte Qarun, dass seine Schätze ihm nützen würden. So frohlockte er und wurde arrogant. Doch am Ende erlitt er nur eine große Enttäuschung.
Die Art, wie Gläubige dagegen mit ihrem Reichtum umgehen unterscheidet sich beachtlich von solch einem falschen Verständnis. Für einen Gläubigen, der nach dem Quran lebt, sind Reichtümer von keiner großen Bedeutung. Ein Gläubiger verhält sich edel; er erlaubt sich nie, es zu seinem Ziel zu machen, immer mehr Reichtum zu besitzen, denn dies ist Verhalten, das auf Unwissenheit basiert. Ein Gläubiger widmet sein ganzes Leben nur dem Verdienen von Allahs Wohlgefallen. Deshalb gibt er all seinen Reichtum für den Zweck Allahs aus und lässt sich nie von den egoistischen Wünschen seiner Seele kontrollieren; er strebt nach den ewigen Belohnungen des Jen-seits, nicht nach den vergänglichen Genüssen dieser Welt. Allah gibt den Gläubigen durch dieses ihr Verhalten Überlegenheit und verspricht ihnen das Paradies:
Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihren Besitz mit dem Paradies erkauft. Sie kämpfen auf Allahs Weg, töten und werden getötet. Das ist ein Ihn bindendes Versprechen, gewährleistet in der Thora, im Evangelium und im Quran. Und wer hält sein Versprechen getreuer als Allah? Freut euch daher des Tauschhandels, den ihr abgeschlossen habt. Das ist die große Glückseligkeit! (Sure 9:111 – at-Tauba)
Mit diesen Tatsachen im Bewusstsein betrachteten alle Propheten, Boten und wahren Gläubigen all das, was sie besaßen, als einen Segen von ihrem Herrn und waren sich im Klaren, dass alles letztendlich allein Allah gehört. So gaben sie ihren Reichtum und ihr Geld für den Zweck Allahs aus. Diese überlegene Moral und dieses Mitgefühl unter den Gläubigen wird in dem folgenden Vers beschrieben:
...und wer sein Geld - auch wenn er selbst Bedarf hat - für seine Angehörigen und die Waisen, die Armen und den Reisenden, die Bettler und die Gefangenen ausgibt; ...Sie sind es, die aufrichtig und gottesfürchtig sind. (Sure 2:177 – al-Baqara)
Weiterhin stellen Gläubige ihren Reichtum niemals zur Schau. Ihre aufrichtige Absicht beim Ausgeben ihres Reichtums wird folgendermaßen beschrieben:
...welche ihr Vermögen im Verlangen nach Allahs Wohlgefallen und aus innerer Überzeugung ausgeben... (Sure 2:265 – al-Baqara)
Infolgedessen reagieren die Gläubigen, wenn sie einige ihrer Reichtümer verlieren, völlig anders als die Unwissenden. Sie wissen, dass alles eine Prüfung Allahs ist. Sie zeigen Geduld und suchen nach dem möglichen Guten, der in solch einem Verlust liegen mag. Die edle Einstellung der Gläubigen wird in dem folgenden Vers beschrieben:
Sprich: "O Allah, Herrscher aller Herrscher! Du gibst (irdische) Herrschaft, wem Du willst, und nimmst die Herr-schaft, wem Du willst. Und du ehrst, wen Du willst, und demütigst, wen Du willst. In Deiner Hand ist das Gute. Wahrlich, Du hast Macht über alle Dinge." (Sure 3:26 – Al-'Imran)
Die Gläubigen wissen daher sehr gut, dass der Reichtum der Ungläubigen in dieser Welt ihnen vielmehr Qualen als Nutzen bringen wird. Dies ist das Versprechen Allahs:
Lasse dich nicht von ihrem Vermögen und ihren Kindern beeindrucken. Allah will sie damit nur im irdischen Leben strafen, weil ihre Seelen daran zu Grunde gehen, da sie ungläubig sind. (Sure 9:55 – at-Tauba)

Göttliche Weisheit Hinter Krankheiten

Die Leute in den Gesellschaften der Unwissenheit machen ständig Pläne für die Zukunft und hoffen, dass sie diese so umsetzen werden, wie sie es sich vorstellen. So kann eine unerwartete Krankheit oder ein Unfall ihr Leben unverhofft in völliges Chaos stürzen, weil solche Ereignisse nicht in ihren Plänen miteinberechnet wurden. Während sie ihre Gesundheit genießen, denken viele von ihnen nie daran, dass solche Ereignisse auch ihnen zustoßen könnten – obwohl Tausende Menschen täglich solche Dinge erleben.
Darum schimpfen die unwissenden Menschen über ihren Schöpfer, wenn sie mit solchen unerwarteten Ereignissen konfrontiert werden. Sie ignorieren die Realität des Schicksals und sagen: "Warum ist dies gerade mir passiert?" Denn Leute, die weit von der Moral des Quran entfernt sind, setzen bei Krankheiten oder Unfällen ihr Vertrauen nicht in Allah und suchen nicht das Gute in den Dingen, die ihnen zustoßen.
Solche Leute, die die Realität des Schicksals nicht begreifen, nehmen an, dass es allein die Viren oder die Bakterien sind, die eine Krankheit verursachen. Oder wenn sie in einen Verkehrsunfall verwickelt werden, nehmen sie an, dass der Fahrer des anderen Autos der Verursacher des Unfalls ist. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Jeder Krankheitserreger, jede Mikrobe oder Bakterie und alle Dinge, die dem Menschen Schaden zufügen können, sind in Wahrheit Geschöpfe, die von Allah als eine Ursache erschaffen werden. Keine von ihnen verursachen etwas aus "Zufall"; sie alle befinden sich unter der Kontrolle Allahs. Der Mensch ist nur deshalb anfällig gegenüber Bakterien, weil Allah es entschieden hat. Wenn ein Mensch wegen eines Virus ernsthaft krank wird, passiert dies innerhalb des Wissens und der Kontrolle Allahs. Wenn ein Auto eine Person anfährt und sie körperbehindert wird, ist dies ebenfalls ein Ereignis, das durch Allahs Entscheidung verursacht wurde. Egal wie man sich bemüht, solche Dinge zu umgehen, man kann den Verlauf dieser Ereignisse nie ändern; nicht ein einziges entschiedenes und vorherbestimmtes Ereignis kann vermieden werden. Der Mensch kann keinem einzelnen Moment aus dem Rahmen seines Schicksals entfliehen, denn das Schicksal ist allumfassend. Für eine Person, die sich zum Allmächtigen Allah wendet und in Seine unendliche Weisheit und Gnade vertraut, ist jeder Unfall, jede Krankheit und jedes andere Unglück ein vorübergehender Test, der am Ende zu größtem Glück führt.
Es sind die guten moralischen Eigenschaften einer Person in solchen Umständen, die wichtig sind. Krankheiten und Unfälle bieten Gläubigen die Gelegenheit, ihre Geduld und gute Moral zu zeigen und sich Allah enger verbunden zu fühlen. Im Quran bespricht Allah Krankheiten und betont dabei die Wichtigkeit von Geduld in solchen Zeiten:
...Fromm ist vielmehr, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und an die Engel und die Schrift und die Propheten; und wer sein Geld - auch wenn er selbst Bedarf hat - für seine Angehörigen und die Waisen, die Armen und den Reisenden, die Bettler und die Gefangenen ausgibt; und wer das Gebet verrichtet; und wer die Steuer (zakat) zahlt; und die, welche ihre eingegangenen Verpflichtungen einhalten und in Unglück, Not und Gefahr standhaft sind: Sie sind es, die aufrichtig und gottesfürchtig sind. (Sure 2:177 – al-Baqara)
Wie wir bereits erwähnten ist die Tatsache, dass in diesen Versen auch Krankheiten unter Unglücke gezählt werden, weiterer Überlegung wert. Eine Person, die von einem ernsten körperlichen Problem betroffen ist, muss daran denken, dass es eine Prüfung für sie ist und dass es allein Allah ist, Der Krankheiten und ihre Heilmittel erschafft. Dies ist das für das Beibehalten einer richtigen moralischen Einstel-lung notwendige logische Denken. Eine Person profitiert vom Nachdenken über den guten und göttlichen Zweck in der Krankheit, die sie erleidet, oder dem Unfall, in den sie verwickelt wurde, obwohl sie vielleicht nicht fähig ist, ihn sofort zu begreifen. Vielleicht muss sie durch eine vorübergehende Zeit der Schwierigkeit gehen, doch wird im Jenseits als ein Diener, der sich rückhaltlos seinem Herrn hingab, mit unendlicher Glückseligkeit belohnt werden.
Wir alle müssen stets daran denken, dass es wesentlich ist, diese Tatsache tief in unseren Herzen zu erkennen und hohe Moral an den Tag zu legen, wenn wir mit einem ähnlichen Ereignis konfrontiert werden. Hierzu müssen wir wissen, dass alle Krankheiten für einen Zweck geschaffen werden. Wenn Allah es so wollte, würden die Menschen niemals krank werden Schmerzen fühlen. Wenn eine Person also solch einem Test gegenübersteht, dann muss sie sich darüber bewusst sein, dass es für einen Zweck ist und ihr hilft, die Vergänglichkeit dieser Welt und die unendliche Macht Allahs zu begreifen.

Krankheiten erinnern den Menschen daran, dass er schwach und von Allah abhängig ist

In Zeiten der Krankheit wird der Körper, der bis dahin robust war, von Viren und Bakterien angegriffen. Wie allgemein be-kannt ist, verursachen Bakterien viele Krankheiten, Schmerzen und schwächen den Körper. In einigen Fällen fühlt sich eine Person vielleicht sogar zu schwach, aus dem Bett zu steigen oder ihre alltäglichen Aufgaben zu verrichten. Solch eine Person, erhält ein besseres Verständnis ihrer Schwäche und wie sie im Bedürfnis von Allah steht, weil sie unfähig ist, einen Virus zu bekämpfen, der unsichtbar ist. Jetzt, im Zustand der Krankheit, wird sich eine Person, die sich ansonsten arrogant oder gleichgültig gegenüber ihrem Schöpfer verhält oder mit ihrem Reichtum und Besitz prahlt, dieser Tatsache bewusst. Sie weiß die unendliche Macht Allahs, dem Schöpfer aller Dinge, nun besser einzuschätzen.

Krankheiten bringen den Menschen dazu, zu verstehen, dass Gesundheit ein Segen und eine Gnade Allahs ist

Eine weitere Frage, die wir normalerweise in der Eile unseres täglichen Lebens nicht beachten ist, welch großer Segen die Gesundheit doch ist. Eine Person, die lange nicht krank gewesen ist und keinen Schmerz erlitten hat, sieht ihre Situation locker und als normal an. Doch wenn sie plötzlich von einer Krankheit befallen wird, erkennt sie, dass diese Gesundheit ein Segen Allahs ist. Denn wenn einem etwas genommen wird oder man etwas verliert, lernt man den Wert der Dinge besser zu schätzen. Wie Said Nursi, auch bekannt als Bediuzzaman (das Wunder des Zeitalters) es formulierte:
...Gäbe es keine Finsternis, könnten wir Licht nicht erkennen und es nicht genießen. Gäbe es keine Kälte, verstünden wir die Hitze nicht, hätten wir keinen Sinn dafür. Gäbe es keinen Hunger, fänden wir keinen Geschmack am Essen. Gäbe es keinen Durst, verspürten wir keine Lust, Wasser zu trinken. Gäbe es kein Unwohlsein, empfänden wir kein Wohlbefinden. Gäbe es keine Krankheit, hätten wir kein Gespür für Gesundheit. Demgemäß möchte der allweise Schöpfer also, dass der Mensch Seine verschiedensten Gaben kosten, jede Art Seiner Gnadenerweise schmecken solle, und ihn daher stets zur Dankbarkeit anleiten... (Fünfundzwanzigster Blitz, Siebentes Heilmittel)

Eine ernste Krankheit bringt den Menschen dazu, ernsthaft über die Vergänglichkeit dieser Welt, den Tod und das Jenseits nachzudenken

Die meisten Leute würden eine tödliche Krankheit oder den Verlust eines Organs als ein großes Unglück betrachten. Doch sind solche Dinge vielleicht gar keine Unglücke, sondern Mittel, die die betroffene Person zur Erlösung im Jenseits oder zum Zuwendung an Allah allein führen. Denn eine Person, die von einer ernsten Krankheit geplagt wird, denkt mehr nach. Ihr Leid hilft ihr, den Mangel an Überlegung, der ihr Gewissen entkräftete, zu erkennen, und drängt sie dazu, über die Wirklichkeit des Jenseits nachzudenken. Solch eine Person begreift die Bedeutungslosigkeit dieser Welt und die Nähe des Todes. Anstatt dass sie ihr Leben auf unverantwortliche Weise fortführt, bringt die plötzlich eingetroffene, ernste Krankheit sie vielleicht dazu, die Wichtigkeit von Allahs Wohlgefallen und des Jenseits zu erkennen und dadurch Rettung zu erlangen.

Krankheiten lassen den Menschen seine Gebeten vertiefen und führen ihn näher zu Allah

Wenn die Symptome einer Krankheit ernster werden, beginnt der Mensch, über den Tod nach zudenken, ein Gedanke, den er bislang absichtlich vermieden hatte. Mit aller Aufrichtigkeit bittet er Allah um Genesung. Selbst eine Person, die vorher nie gebetet hat, mag auf einmal das Bedürfnis verspüren, Allah anzuflehen, wenn sie von einer unheilbaren Krankheit betroffen ist. Sie betet die aufrichtigsten Gebete zu ihrem Herrn; und dies kann sie näher zu Allah führen. Wenn sie keine Undankbarkeit nach ihrer Genesung zeigt, sondern fortfährt, in Ergebung zu beten, wird aus ihrer Krankheit etwas Gutes und der Anfang eines Lebens von Glauben.
Allah beschreibt die Leute, die sich in Zeiten solcher Unglücke an Ihn wenden, wie folgt:
Wenn Wir dem Menschen gnädig gewesen sind, kehrt er sich ab und hält sich abseits. Wenn ihn aber ein Unheil trifft, dann betet er lange. (Sure 41:51 – Fussilat)
Aber wenn dem Menschen ein Unglück widerfährt, ruft er Uns an, liegend, sitzend oder stehend. Haben Wir aber sein Unglück von ihm fortgenommen, macht er weiter, als hätte er Uns gegen das Unheil, das ihm widerfahren war, gar nicht angerufen. So wird den Maßlosen ihr Verhalten scheinbar verlockend gemacht. (Sure 10:12 – Yunus)
Doch wenn den Menschen ein Leid widerfährt, rufen sie ihren Herrn an, in Reue und Ergebung. Wenn Er ihnen jedoch Seine Barmherzigkeit zeigte, setzen Ihm manche Teilhaber zur Seite. (Sure 30:33 – ar-Rum)
Wie die obigen Verse verdeutlichen, soll der Mensch nicht nur in schwierigen Zeiten beten; er muss auch stets an Allah denken, nachdem er Rettung oder Erleichterung erfahren hat. So mag die Krankheit oder der Test der Person ermöglichen, ihre Schwäche vor Allah anzuerkennen und zu bereuen und dadurch ein Leben in Ergebung in Allah zu führen.
Als Belohnung für die Geduld, die der Mensch während einer Krankheit zeigt, gibt Allah ihm vielleicht das ewige Leben im Paradies
Wie wir bereits sagten, ist es ein Zweck von Krankheiten, die Geduld und das Vertrauen einer Person in Allah zu prüfen. Krank-heiten zeigen den Unterschied zwischen Gläubigen und Leuten der Unwissenheit eindeutig. Gläubige unterscheiden sich dadurch, dass sie geduldig sind und ihr Vertrauen in Allah setzten. Denn sie wissen, dass es Allahs Wohlgefallen verdient, die richtige Einstellung während schwieriger Zeiten beizubehalten und es sind die großartigen Belohnungen des Jenseits, auf die sie hoffen. Eine Person, die sich vor ihrer Krankheit nicht an Allah wandte, erwirbt diese edlen Eigenschaften vielleicht während des Verlaufs ihres Leidens und erlangt so vielleicht die unendlichen Segen des Lebens im Paradies für ihre vorübergehenden Schwierigkeiten in dieser Welt.
Das aufrichtige Gebet des Propheten Abraham, als er von einer Krankheit betroffen war, ist ein gutes Beispiel für alle Gläubigen:
Und Der mich heilt, wenn ich krank bin, und Der mich sterben lässt, dann aber wieder lebendig macht. (Sure 26:80, 81 – asch-Schu'ara')
Die Einstellung und überlegene Moral, die der Prophet Hiob (Ayyub) an den Tag legte, ist ein weiteres gutes Beispiel für die Gläubigen. Wie der Quran uns erzählt, litt Hiob (a.s.) an einer ernsten Krankheit; doch seine Krankheit verbesserte seine Aufrichtigkeit und sein Vertrauen in Allah, ein Merkmal, das ihn zu einem der Propheten machte, der im Quran gelobt wird.
Aus dem Quran wissen wir auch, dass zusätzlich zur Krankheit, die er erlitt, Hiob (a.s.) auch von den bösen Versu-chungen Satans geprüft wurde. Satan, der dachte, den Prophe-ten in diesem Moment der Schwäche ergreifen zu können, versuchte, ihn davon abzuhalten, sein Vertrauen in Allah zu setzen. Denn in solchen Zeiten ist es für eine kranke Person schwierig, sich zu konzentrieren, so dass sie vielleicht eher gegenüber den Versuchungen Satans verwundbar ist; doch als ein Prophet, der rückhaltlos Allah ergeben war, entkam Hiob (a.s.) Satans Falle. Er betete aufrichtig zu Allah und bat ihn um Hilfe. Im Quran, wird das vorbildliche Gebet von Hiob (Ayyub) (a.s.) folgendermaßen wiedergegeben:
Und (gedenke des) Hiob, als er seinen Herrn rief: "Fürwahr, mich hat Unheil getroffen! Dennoch bist Du der barmherzigste der Barmherzigen." Da erhörten Wir ihn und befreiten ihn von seiner Plage... (Sure 21:83, 84 – al-Anbiya)
Als Antwort auf sein aufrichtiges Gebet sagte Allah folgendes zum Propheten Hiob:
Gedenke auch Unseres Dieners Hiob, als er zu seinem Herrn rief: "Fürwahr, Satan hat mich mit Unglück und Leid geschlagen!" "Stampfe mit deinem Fuß auf: Hier kommt kühles Wasser zum Baden und zum Trinken!" So gaben Wir ihm seine Familie (wieder) und ebenso viele obendrein, als eine Barmherzigkeit von Uns und eine Ermahnung für die Verständigen. Und (Wir sprachen:) "Nimm ein Bündel (Zweige) in deine Hand und schlage (sie) damit, und vermeide so, eidbrüchig zu werden." Wir fanden ihn fürwahr standhaft. Welch am trefflicher Diener! (Auch) er war bußfertig. (Sure 38:41-44 – Sad)
Der Prophet Hiob erhielt die Belohnungen für sein Vertrauens in Allah, seinen Glauben und seine überlegenen Eigenschaften. Er wurde zu einem guten Beispiel für alle Muslime.

Auch Die Fehler der Gläubigen wenden sich zu ihrem Guten

Eines der Dinge, die die Leute in den Gesellschaften der Unwissenheit am meisten fürchten, ist es, einen Fehler zu begehen. Wenn eine Person einen Fehler macht, wird sie normalerweise gedemütigt und ein Objekt von Spott. Oder ein Fehler bringt sie dazu, bestimmte Gelegenheiten zu verpassen, die sie für wichtig erachtete.
Vom Gesichtspunkt des Quran aus müssen solche Situationen dagegen ganz anders bewertet werden. Ein Gläubiger gründet seine Urteile über die Leute nicht auf den Fehlern, die sie machen; sich der Tatsache bewusst, dass Fehler menschlich sind, fühlt er vielmehr Mitgefühl ihnen gegenüber.
Wenn ein Gläubiger einen Fehler begeht, denkt er gewissenhaft darüber nach; seine Gottesfurcht und sein Gewissen warnen ihn sofort. Er bemüht sich, seine Fehler zu korrigieren. Er betet zu Allah, dem Gnädigen und bittet um Vergebung.
In der Tat, die Reue, die ein Gläubiger nach dem Begehen eines Fehlers spürt, wird sich am Ende als ein Gutes für ihn herausstellen. Denn es handelt sich hier nicht um eine Art Selbst-mitleid, wie bei den Ungläubigen, sondern um einen Beschluss, den gleichen Fehler nicht wieder zu machen. Die Ergebung eines Gläubigen, sein Vertrauen in Allah und das Handeln im Bewusstsein, dass alle Ereignisse Teile seines Schicksals darstellen, sind sehr wichtige Faktoren seiner Geisteshaltung. Sie führen ihn näher zu seinem Herrn.
"Jede Seele wird den Tod kosten..."
Die schlimmste Sache, die einer Person von Unwissenheit passieren kann, ist der Tod. Das, was solche Personen am meisten fürchten, ist ihr eigener Tod oder der Verlust eines geliebten Menschen. Selbst die bloße Erwähnung des Todes wird im Allgemeinen am liebsten vermieden. Obwohl eine unwissende Person vielleicht das Gute in bestimmten Ereignissen erkennt, kann der Tod für sie niemals eine gute Sache sein.
Die Einstellung von ungläubigen Gesellschaften zum Tod ist konsequent die gleiche; sie sind nie fähig, das Thema anders zu betrachten. Für sie bedeutet der Tod vollständige Vernichtung, während das Jenseits eine Sache bloßer Spekulation ist.
Für Leute weit weg von der Wahrheit der Religion ist das Leben in dieser Welt das einzige Leben. Mit Tod ist diese einzige Chance vorüber. Aus diesem Grund trauern sie über den Verlust von geliebten Menschen. Was noch schlimmer ist: der plötzliche Tod eines geliebten Menschen in einem frühen Alter ist für die Ungläubigen ein Grund, über Allah und das Schicksal zu schimpfen.
Doch diese Leute vergessen einige wichtige Tatsachen: Zunächst einmal kommt niemand durch seinen eigenen Willen auf diese Welt. Das Leben eines jeden gehört Allah; jeder wird Seinem Willen zufolge zu dem Zeitpunkt geboren, den Er vorherbestimmte. Allah gehören die Himmel, die Erde und alles zwischen ihnen. Er kann die Seele von wem Er will wann Er will zurücknehmen. Kein Mensch kann die ihm zugewiesene Lebenszeit hinauszögern. Dies wird im Quran folgendermaßen beschrieben:
Und niemand stirbt ohne Allahs Erlaubnis, zu einem im Buch festgesetzten Termine. Wer den Lohn der Welt begehrt, dem geben Wir davon, und wer den Lohn des Jenseits begehrt, dem geben Wir davon. Wahrlich, Wir belohnen die Dankbaren. (Sure 3:145 – Al-'Imran)
Egal welche Maßnahmen man trifft oder wie sicher der Ort, an dem man sich befindet, auch sein mag, man kann dem Tod nicht entkommen. Wie es in einem der Aussprüche unseres Propheten Muhammad (s.a.w.s) heißt: "Wenn Allah Beschließt, dass eine Person in einem bestimmten Land sterben soll, Erschafft Er in ihr ein Bedürfnis, dorthin zu gehen." (Tirmidhi) Eine Person könnte diese Welt zu jedem Zeitpunkt verlassen müssen. Egal, wie man sich bemüht, einen geliebten Menschen nicht zu verlieren, selbst wenn man alle auf der Erde verfügbaren Ressourcen nutzt, man kann keinen Tod verhindern. Dass der Mensch dem Tod begegnen kann, wo immer er ist, wird in den folgenden Versen angegeben:
Wo immer ihr seid, der Tod wird euch einholen, auch wenn ihr in hochragenden Türmen wärt. (Sure 4:78 – an-Nisa)
Deshalb sollte man nicht versuchen den Tod um jeden Preis zu vermeiden, sondern sich lieber auf das Leben im Jenseits vorbereiten.

Tod ist Ein Anfang, Kein Ende

Leute von schwachem Glauben, oder solche, die überhaupt keinen Glauben an das Jenseits besitzen, haben eine falsche Vorstellung vom Tod und dem Leben, das danach kommt. Aus diesem Grunde betrachten sie, wie wir bereits sagten, den Tod eher als ein Unglück als einen Segen. Sie glauben, dass wenn sie jemanden verlieren, sie diesen Menschen für immer verlieren; sie denken, dass er im Grabe auf ein Nichts reduziert wird.
Tatsache ist aber, dass der Tod keine ewige Auslöschung bedeutet; im Gegenteil ist er ein Übergang zum Leben im Jenseits, unserem letztlichen Bestimmungsort. Es ist ein Moment, auf den unser aller Leben hinausläuft, zum Tag, an dem wir Rechenschaft über unser Leben ablegen müssen, dem Tag des Jüngsten Gerichts. Jeder Mensch, ohne Ausnahme, wird den Moment des Tods erfahren und zu seinem ewigen Bestimmungsort kommen. Dies kann in einem frühen Alter oder später im Leben passieren. So wird letzten Endes jeder eines Tages von dieser Welt gehen; und jeder Tag bringt das vorbestimmte Datum näher. Somit wären Bemühungen, dem Tod zu entkommen und das Vermeiden des Gedankens an den Tod, oder ihn als ein Unglück zu betrachten, vollkommen irrational.
Auch einige unter jenen, die Glauben an die Wahrheit des Jenseits haben, finden es völlig akzeptabel, über jemandes Tod zu trauern. Doch Allah ist der Gerechte. Die Person, die stirbt, wird Rechenschaft über ihre Taten in dieser Welt erstatten und demgemäß belohnt oder bestraft werden. Aus diesem Grund ist der Tod für jeden, der Glauben an Allah und das Jenseits hat und sein Leben seinem Herrn widmet, ein Tor zu ewiger Glückseligkeit. Aus der Sicht der Unwissenden dagegen, die das Jenseits anzweifeln und den Tag der Beurteilung ignorieren, ist der Tod ein Tor zu ewiger Qual. Aus diesem Grund ist es schwierig für sie, den Tod als etwas Gutes zu betrachten. Für Muslime dagegen ist er der Anfang völliger Erlösung.
Die Reaktion des Gläubigen auf den Tod eines anderen Gläubigen unterscheidet sich grundlegend von der Art oder Einstellung der Unwissenden. Denn der Tod, der allgemein als die schlimmste Sache überhaupt angesehen wird, ist in Wahrheit die beste Sache für die Gläubigen. Die Einstellung der Gläubigen zum Tod wird in dem folgenden Vers beschrieben:
Und wahrlich, wenn ihr auf dem Wege Allahs erschlagen werdet oder sterbt: Verzeihung von Allah und Barmherzig-keit ist besser als was ihr zusammenscharrt. (Sure 3:157 – Al-'Imran)
Genau wie ihr irdisches Leben bringt auch der Tod der Gläubigen ihnen Gutes. Bei Allah erwarten die Gläubigen, die sterben, während sie sich um Sein Wohlgefallen bemühen, Belohnungen verschiedenen Grades; die Märtyrer erhalten eine Ehre und einen Segen, der die Belohnung im Jenseits vergrößert. Der Tod eines Gläubigen, der es zu seinem einzigen Ziel macht, das Paradies zu erlangen und im Leben Allahs Wohlgefallen zu verdienen, ist daher ein großartiges Ereignis. Sich der frohen Botschaft aus dem Quran bewusst, trauern Gläubige nie über den Tod eines anderen Gläubigen, der sein Leben für Allah verliert. Im Gegenteil, wenn sie über das Gute und den Segen seines Todes nachdenken, freuen sie sich für ihn. Die größte Belohnung liegt im Gewinnen des Wohlgefallens von Allah und Seines Paradieses.
Ein Gläubiger, der ein langes Leben geführt und es im Dienste Allahs lebte, wird von Allah geschätzt und anerkannt. Der Prophet Nuh, dem Allah ein langes Leben gewährte, ist so ein Beispiel. Weil dieser edle Mensch jede Minute seines Lebens kämpfte, um das Wohlgefallen Allahs, Seine Gnade und Sein Paradies zu erlangen, vergrößerten seine Anstrengungen seine Belohnungen im Jenseits.
Hier gibt es eine Täuschung, der die Leute der ungläubigen Gesellschaften häufig zum Opfer fallen; sie betrachten ein langes Leben als ein Geschenk. Der folgende Vers klärt diesen Trugschluss auf:
Und die Ungläubigen sollen ja nicht glauben, dass der ihnen von Uns gewährte Aufschub für ihre Seelen gut ist. Wir schenken ihnen langes Leben nur, damit sie in Sünde wachsen. Und für sie ist schmähliche Strafe. (Sure 3:178 – Al-'Imran)
Die Leute der Gesellschaften der Unwissenheit, die weltliche Ziele zu ihrem einzigen Lebenszweck machen, betrachten ein langes Leben als eine Gelegenheit, diese weltlichen Güter umso länger zu genießen. So begreifen jene, die nicht an Allah und den Jüngsten Tag glauben, nicht den Wert der Zeit, die sie fahrlässig verschwenden. Doch wie im obigen Vers erwähnt wird, arbeitet diese Zeit, die ihnen gewährt wurde, in Wahrheit gegen sie.
Eine Person, die über diese Dinge nachdenkt, erlangt vielleicht ein tieferes Verständnis davon, wie wir darüber urteilen sollten, was "gut" ist und was "schlecht" ist, gemäß dem Vers Allahs, dass es Dinge gibt, die uns schlecht erscheinen, während sie eigentlich gut für uns sind, ebenso wie es Dinge gibt, die wir für nützlich erachten, während sie uns doch in Wahrheit nur schaden.